Mehrheit gegen fremde Trägerschaft

Neue Krippe mit drei Fachkräften

Landkreis - (ck) · Mit der bereits beschlossenen Krippe für bis zu 15 Kinder von Kreishaus-Beschäftigten wollen Politik und Verwaltung Zeichen setzen – nicht nur mit Blick auf betriebliche Betreuung: Die Mitglieder des Jugendhilfe-Ausschusses empfahlen gestern Abend, drei Fachkräfte dafür einzuplanen – obwohl das Land nur zwei Erzieherinnen pro Gruppe finanziert. Die Trägerschaft des Angebots übernimmt der Landkreis selbst – damit erteilte der Ausschuss dem Antrag der CDU-Fraktion auf Prüfung anderer Modelle eine Absage.

Gern hätte die Union von der Verwaltung gewusst, ob dieser Betrieb unbedingt in Eigenregie laufen muss – oder ob es nicht „Synergieeffekte“ durch eine eventuelle Kooperation mit anderen Tagesstätten-Trägern gebe. Dass die Behörde dazu keinerlei Kontakt zu Kirchen oder Verbänden aufgenommen habe, empfand CDU-Mann Carsten Grallert als „Unverschämtheit“ und „Arroganz der Macht“. Der bereits im August gestellte Antrag „wird einfach ausgebremst, weil die Verwaltung diese Alternative gar nicht will“.

Sozialdezernent Robert Wittkowski widersprach: „Das ist heute die erste Sitzung dieses Gremiums seit Eingang des Antrags. Und bevor die Verwaltung überhaupt Verhandlungen aufnimmt, hätte ich erst einmal gern ein politisches Votum.“ Und das gab es – in Form von mehrheitlicher Ablehnung durch die SPD bei Ja-Stimmen von Grallert und seiner Fraktionskollegin Heiderose Runge sowie zwei weiteren Enthaltungen.

Axel Brammer (SPD) stellte klar: „Ich bin grundsätzlich ein Verfechter der Verschiedenartigkeit von Trägerschaften. Hier haben wir aber verschiedene Fachleute, die diese Aufgabe übernehmen und so Reibungsverluste vermeiden können.“

Auch Susann Kügler (Grüne) erkannte in dieser Unabhängigkeit in der Verantwortung mehr Sinn – „vor allem, wenn es um die Ausstattung mit einer dritten Betreuungskraft geht“.

Wittkowski ergänzte, dass Übernahmen von Tagesstätten für freie Träger „heutzutage gar nicht mehr so reizvoll sind. Dafür sind die Zeiten zu schwierig geworden.“ Viele gingen wieder auf die Kommunen zu – mit der Bitte um Wiedereinstieg in die Verantwortung. Zudem äußerte er Bedenken hinsichtlich einer Krippe im Kreishaus, die „mit Bekenntnissen oder Ideologien verknüpft wäre“.

Stattdessen soll die Krippe allen Kindern offen stehen – auch, wenn ihre Eltern nicht im Kreishaus beschäftigt seien. Deren Aufnahme, so empfahlen die Mandatsträger, soll aber nur im Fall von genug freien Plätzen möglich sein. Vorrang habe der Nachwuchs der eigenen Beschäftigten. Das minderte Grallerts Bedenken, aus „Steuergeldern eine Krippe ausschließlich für Kreishausmitarbeiter“ zu schaffen. Erst recht, weil Wittkowski dieses Angebot als ebenso beitragspflichtig wie andere Krippen heraus stellte.

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