Viele Möglichkeiten, die Jugendarbeit in Neerstedt weiterzuentwickeln / SPD will Pläne zur Umgestaltung forcieren

Neubau, Anbau, Mehrgenerationenhaus

Jugenddiakon Jochen Wecker (rechts) zeigte den SPD-Mitgliedern die renovierten Räume.

Neerstedt - Neubau, Anbau, Mehrgenerationenhaus: Im Moment schwirren viele Konzepte umher, nach denen die Jugendarbeit in Neerstedt weiterentwickelt werden könnte. Die SPD ist sich zumindest einig, dass etwas passieren muss. Wenn es nach dem Willen von Fraktionschef Rudi Zingler geht, sollte die Maßnahme im kommenden Jahr in Angriff genommen werden.

„Wir wurden mehrmals vertröstet, die Sache kommt nicht richtig voran“, monierte Zingler am Montagabend während eines Informationsgespräches mit Jugenddiakon Jochen Wecker im Jugendhaus Neerstedt. „Jetzt wollen wir unser Vorhaben forcieren.“ Schon im September vergangenen Jahres hatten die Sozialdemokraten den Antrag formuliert, entweder neue Räume anzumieten, auszubauen oder einen Neubau an der Grundschule Neerstedt zu errichten.

Dass die Bedingungen in den Räumen des Jugendhauses Neerstedt in seiner derzeitigen Form nicht ideal sind, sieht auch Wecker so. Allerdings bezeichnet er die gegebenen Umstände als „ausreichend“. Natürlich böte eine Außenfläche mehr Möglichkeiten für die Entwicklung der Jugendarbeit, stimmte er zu. „Das Haus bestimmt das Programm.“ Aber ihm sei wichtig zu betonen, dass er kein neues Jugendhaus fordere.

Erstaunt zeigten sich die SPD-Mitglieder darüber, was das Jugendarbeitsteam in den Räumen an der Hauptstraße bis jetzt mit wenig Geld bewegt hat. Die Neugestaltung der Küche gefiel allen Politikern. „Das haben wir mit 1000 Euro aus unserem Budget realisiert“, erklärte Wecker.

Ein schweres Erbe, das das Jugendhaus an der Hauptstraße mit sich trägt, ist jedoch der schlechte Ruf aus früheren Zeiten. Es gäbe Eltern, die zu ihren Kindern sagten: „Da darfst du nicht hin“. Die gute, aber schwere Arbeit, die in den vergangenen Jahren mit Jugendlichen dort gemacht wurde, sei ein Grund für die Ablehnung, so Wecker. Und einige Jugendliche sagten, „es soll niemand sehen, dass ich hier raus komme“. Durch die Arbeit – vermehrt auch mit Kindern – hat Wecker es inzwischen geschafft, dieses Image zu relativieren – ganz abstreifen wird er es wohl nicht können. Das sahen auch die SPD-Mitglieder so: „Der Begriff Jugendhaus ist leider immer etwas negativ belegt“, sagte Britta Puttkammer.

Nach den Vorstellungen der SPD könnte das Jugendhaus beispielsweise Räume an der Grundschule Neerstedt beziehen. „Dazu muss der Arbeitskreis ‚Demografie‘ Zahlen für die Entwicklung der Schülerzahlen vorlegen“, sagte Zingler. Ob dort Räume genutzt werden könnten oder sogar ein Neubau auf dem Gelände des Schulzentrums angestrebt würde, darüber herrscht noch Diskussionsbedarf. Laut Wecker macht es in der heutigen Zeit keinen Sinn, ein reines Jugendhaus neu zu bauen. Wenn, sollte ein Modell über ein Mehrgenerationenhaus gefunden werden, sagte er. Dort könnten dann alte und junge Menschen gemeinsam voneinander profitieren. „Diesen neuen Ansatz müssen wir diskutieren“, sagte Ratsvorsitzender Harri Brendler. Er gab zu Bedenken, dass auch die Entwicklung der Grundschule zu berücksichtigen sei.

Und Jugenddiakon Wecker sagte: „Die Jugendarbeit muss unabhängig von der Schule bleiben.“ Wie ein Miteinander von Lehranstalt und Jugendarbeit gut funktionieren kann, führte Gerti Essing am Beispiel der Samtgemeinde Harpstedt vor Augen. Die Jugendpflege hat dort Räume in der Delmeschule zur Verfügung. „Diese haben eindeutigen Freizeitcharakter“, sagte Gerti Essing.

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