Älteste Douglasie Europas steht im Barneführer Holz

Naturdenkmal mit unzähligen Nadeln

Regina Dörrie als Leiterin des zuständigen Forstamts Ahlhorn, Revierförster Karl-Heinz Pelster und Forstwirt Hubert Krogmann sind stolz auf die alte Douglasie (hinten).

Oldenburg - Von Cord KrügerSANDKRUG · Sie musste schon schwere Sturmschäden wegstecken und einiges an Energie im Kampf gegen ihre trockene Spitze aufbringen. So zählt sie heute zwar nicht zu den größten ihrer Art, hat aber überlebt: Die älteste Douglasie auf dem europäischen Festland steht majestätisch seit 1842 im Barneführer Holz bei Sandkrug – sehr zum Stolz von Revierförster Karl-Heinz Pelster und seinen Kollegen vom Niedersächsischen Forstamt Ahlhorn.

Aber wie gelingt der Nachweis eines derartigen Rekords? Wer weiß, ob nicht irgendwo zwischen dem Nordkap und Neapel oder zwischen Lissabon und Istanbul noch ein betagterer Vertreter dieses Nadelbaums existiert? Mit der Antwort darauf beweist Förster Pelster, dass der durchaus das Zeug zum Gästeführer hätte: Seine Zeitreise führt zurück ins 19. Jahrhundert: Der Schotte David Douglas, der dieser Douglasie seinen Namen gab, erforschte zwischen 1825 und 1827 die riesigen Wälder des amerikanischen Nordwestens. „Ihm gelang es als erstem, Samen dieses Baumes aufzufangen und sie mit nach Hause zu nehmen“, berichtet Pelster. Neben der Aufzucht auf der britischen Insel bekam ein anderer Schotte Saatgut für seine Baumschule in Flottbek. 1841 präsentierte er während einer Versammlung von Land- und Forstwirten in Doberan erstmals den Namen „Douglasie“. „Von den Rechnungen der Flottbeker Baumschule wissen wir, dass 1842 die ersten drei

▪ Rechnung belegt

▪ das Pflanzdatum

Douglasien verkauft wurden“, schildert Pelster. „Eine stand in der Nähe von Hamburg – und sie landete 1917 oder 1918 in einem Sägewerk. Die zweite – in der Nähe von Greifswald – hat die deutsch-deutsche Wende nicht überlebt. Und die dritte steht noch heute hier, aber es ging ihr nicht immer so gut“, unterstreicht der Förster mit Blick in den mehr als 30 Meter hohen Wipfel des Stamms mit 1,09 Metern Durchmesser und 3,30 Metern Umfang.

Der Großherzog von Oldenburg hatte dieses Exemplar 1842 pflanzen lassen, weil er rund um seine neu errichtete Jagdhütte außergewöhnliche Bäume versammeln wollte. So tummeln sich in unmittelbarer Nähe dieses Fachwerkhauses 13 Roteichen, eine Blutbuche und ein Ahorn. Zunächst stand hier auch eine Birke, aber die musste krankheitsbedingt vor einigen Jahren fallen.

Beinahe wäre es auch der Douglasie so ergangen. Denn vor etwa 20 Jahren litt sie unter einer sehr trockenen Spitze. Die Forstleute investierten reichlich Einsatz, um dieses Naturdenkmal zu erhalten. Speziell ausgebildete Kletterer wie Forstwirt Hubert Krogmann nehmen es regelmäßig bis in die oberste „Etage“ in Augenschein.

Jetzt scheint die älteste Douglasie Europas das Schlimmste überstanden zu haben. Der Standort neben deutlich höheren Laubbäumen kommt ihr entgegen, wie Pelster verriet: „Eines mögen Douglasien überhaupt nicht: Wenn sie mitten im Wind stehen.“ Davor schützen sie die größeren Nachbarn.

Und so hat die Revierförsterei Sandkrug nun weiterhin einen Ureinwohner aus Übersee in ihrem Bestand. Doch auch in die Gegenrichtung trat schon ein Baum aus diesem Wald seine Reise nach Amerika an: Denn ein Mast des legendären Segelschulschiffs „Pamir“ stammt aus einer hier gefällten Lärche, wie Karl-Heinz Pelster fast beiläufig erwähnt.

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