Viertklässler stellen der ganzen Schule ihr Mongolei-Projekt vor

Von Nasen-Buchstaben und Schafsknochen-Spielen

Harpstedt - Da staunten die Schüler der Grundschule Harpstedt nicht schlecht: In mongolischer Schrift schreibt man nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Und in der Mongolei spielen die Kinder auch kein „Mensch ärgere dich nicht“, sondern vertreiben sich die Zeit mit einem Spiel, für das sie nur ein paar Würfel und einige Schafsknochen brauchen.

Das erfuhren die Harpstedter Schüler gestern, als die Klasse von Misheel Khosbayar, deren Eltern aus der Mongolei stammen, der ganzen Schule während einer Versammlung in der Pausenhalle ihr dreitägiges Projekt zu Misheels Heimatland vorstellte. Auf einer großen Leinwand lief dazu eine Diashow ab, auf der Fotos von den Projekttagen zu sehen waren, an denen die Schüler sogar ein Jurtezelt auf dem Lehrer-Parkplatz aufgebaut hatten.

Die Viertklässler erzählten aber nicht nur, was sie in den drei Tagen alles gelernt und erlebt haben – sie machten es auch gleich vor: Auf einer Tafel zeichneten sie zum Beispiel auf, wie mongolische Buchstaben aussehen.

Gar nicht so einfach war es, das Wort „Mongolei“ auf die Tafel zu schreiben: Die Kinder mussten sich zuerst auf Zehenspitzen stellen und für den letzten Teil des Wortes dann sogar auf die Knie gehen. Das Ergebnis war eine Zeichnung, die fast wie ein Gesicht im Profil mit einer ganz großen Nase aussah. Dass in der Mongolei von oben nach unten geschrieben wird – daran muss man sich eben erst gewöhnen.

Für anfängliche Skepsis und spätere Begeisterung sorgte auch ein mongolisches Würfelspiel, für das Misheel schnell die Regeln erklärte. Einige ihrer Mitschüler demonstrierten gleichzeitig, wie‘s geht: Ziel des Spiels ist es, sich möglichst viele kleine „Schafsknochen“ zu erwürfeln.

„Schafsknochen? Iiihh!“, riefen zunächst viele laute Kinderstimmen in der Pausenhalle durcheinander. Aber das Interesse war geweckt. Die Kinder hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen – alle drängten sich um die Spielerrunde und schauten mit Spannung zu.

Misheels Klasse hatte aber noch mehr typisch Mongolisches in petto. Auch die Familienmitglieder der Viertklässlerin hatten die Schüler nämlich bei ihrem Projekt unterstützt. „Misheels Mama war die ganze Zeit dabei“, erzählte die Klasse. „Und besonders toll war, dass der Papa auch mit seinen mongolischen Musikern vorbei gekommen ist“, waren sich alle einig. Von dieser Musik gab es dann auch gleich eine Kostprobe.

Außerdem konnten die Schüler dann noch einige mongolische Sprichwörter lernen. Eins hat den Kindern besonders gut gefallen: Eine gute Freundschaft ist wie eine Mauer. „Das bedeutet, wenn du einen guten Freund hast, dann kann dir nichts mehr passieren“, erklärte Misheel. · an

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