Wildeshauser Familienunternehmen Landmaschinen Schröder seit 200 Jahren

Von Napoleons Pferden bis zum 400-PS-Traktor

Den ersten Claas-Mähdrescher lieferte das Unternehmen im Jahr 1950 an einen Landwirt aus.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· „200 Jahre am Erfolg geschmiedet !“ Das ist nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern dieses Motto trifft auf das Wildeshauser Unternehmen Landmaschinen Schröder exakt zu. Denn die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens beginnt mit einer Amtsschmiede, die Berend Heinrich Schröder damals mitten in der Stadt, an der Kleinen Straße gegründet hat.

Das Jubiläum zum 200-jährigen Bestehen wird am Sonnabend und Sonntag, 6. und 7. März, mit zwei Tagen der offenen Tür gefeiert.

Mit Blick in die Geschichtsbücher sagt der heutige Seniorchef Hermann Schröder, der das Ruder nun seinen Söhnen Bernd, Volker und Heiner überlässt, aber dennoch nicht ohne den Betrieb kann: „Ja, die Entwicklung unserer Firma in den 200 Jahren führt von der Reichsmark zum Euro und von der Pferdestärke zum 400-PS-Traktor.“

Bei aller Expansion in den 200 Jahren haben die Schröders, die das Unternehmen in der sechsten Generation leiten, eines nie aus den Augen verloren – den Blick für die Menschen. Das wird auch von Partnern und Kunden stets neu bestätigt: „Was bei Schröder immer stimmt, sind die Menschen.“ Ein Beleg dafür ist Seniorchef Hermann, dessen Büro tagtäglich für jeden offen steht: „Komm rinn mien Jung“, sind die Worte, mit denen er fast jeden Jüngeren begrüßt. Stets hat er für seine Gäste nette Worte. Und wenn er über die Mitarbeiter an den Standorten spricht, dann nennt er sie „Eigengewächse, auf die wir alle sehr stolz sind“.

Mit Blick auf den Stellplatz an der Heemstraße, wo das Größte und Modernste der Landtechnik zu sehen ist, sagt Schröder: „Diese Entwicklung ist kaum vorstellbar. Hat der Firmengründer noch mit dem Beschlagen von Pferden angefangen, so sind die Landwirte heute mit Traktoren mit 400 PS unterwegs.“ Er selber könne sich noch gut daran erinnern, als an der Kleinen Straße Ackerwagenräder mit Stahlringen versehen wurden: „Die ganze Straße hat nach verbranntem Holz gerochen. Für uns Kinder aber war das immer wieder ein Erlebnis.“

Nicht nur die Firmenbücher, sondern auch die alten Kirchenbücher belegen, dass Napoleon die Pferde seiner Truppen nicht irgendwo hat beschlagen lassen: Sie ritten zu Berend Heinrich Schröder an der Kleinen Straße. Musste damals alles schnell gehen, die Truppen befanden sich auf dem Rückzug, ging auch die „Abreise“ so schnell über die Bühne, dass die Soldaten das Bezahlen der Schmiedearbeiten tatsächlich „vergaßen“. Napoleon ist dadurch bis heute der älteste Mahnkunde im Hause der Schröder-Gruppe.

Es würde sicherlich den Rahmen sprengen, die ganze Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens niederzuschreiben, aber der Senior verrät neben einigen Begebenheiten zunächst noch ein Erfolgsrezept: „Bei aller Expansion und internationalen Anerkennung des Betriebes darfst Du eines nicht vergessen: Du musst auf dem Teppich und Mensch bleiben.“

Nicht ohne Stolz weist Hermann Schröder auf ein Foto. Es zeigt ein landwirtschaftliches Gerät – einen uralten Kartoffelvollernter, der heute im Museumsdorf Cloppenburg zu sehen ist: „Das ist nicht irgendein Vollernter, sondern ein Produkt eines echten Sprosses der Familie Schröder. Johann Heinrich, Enkel des Unternehmensgründers, hat ihn Ende des 19. Jahrhunderts mit Landwirt Ahrmann erdacht und entwickelt.“ Er sei ein kreativer Kopf gewesen, der das Bedürfnis der Landwirte nach entlastender maschineller Unterstützung bei der Kartoffelernte sehr früh erkannt habe.

Den Trend möglichst früh zu erkennen, scheint im Hause Schröder von jeher eine Stärke zu sein. So zeigen die Rechnungsbücher der ersten 100 Jahre, dass um 1850 in der Schmiede der umfassenden Umstellung in der Landwirtschaft Rechnung getragen und der Blick auf moderne Möglichkeiten zur Landbestellung gerichtet wurde. Und dieser Blick nach vorne und über den Tellerrand hat sich bis heute fortgesetzt und ist zweifels-ohne das Erfolgszezept.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Biathlon: Die Bilder vom Weltcup in Hochfilzen

Biathlon: Die Bilder vom Weltcup in Hochfilzen

Weihnachtsmarkt in Asendorf

Weihnachtsmarkt in Asendorf

„All I want for Christmas is not a Trainer-Diskussion“ - die Netzreaktionen zu #FCBSVW

„All I want for Christmas is not a Trainer-Diskussion“ - die Netzreaktionen zu #FCBSVW

Wieder kein HSV-Sieg - Nürnberg verspielt Sieg

Wieder kein HSV-Sieg - Nürnberg verspielt Sieg

Meistgelesene Artikel

90-Jähriger nimmt Vorfahrt und prallt gegen Baum

90-Jähriger nimmt Vorfahrt und prallt gegen Baum

Bauschutt unter dem Parkplatz

Bauschutt unter dem Parkplatz

Herbstwetter begleitet Weihnachtsmarkt

Herbstwetter begleitet Weihnachtsmarkt

Klaus Stark in der Rolle der Fortuna

Klaus Stark in der Rolle der Fortuna

Kommentare