Haupt- und Realschule Harpstedt will nun auch Umweltschule werden / Zwei Handlungsfelder benannt

Den nächsten Titel schon im Visier

Sie haben im Politik-Wahlpflichtkurs unter der Leitung von Lehrerin Nadine Hellmich (rechts) das Handlungskonzept für die Anerkennung als Umweltschule entwickelt: Niclas Neuhaus, Brian Radloff und Michel Voßmeyer (vorn, v.l.), Pascal Buschmann, Lars Wenke, Saskia Klostermann, Daniel Timmermann, Benita Meyer, Cleo Klingebiel, Caroline Stoffers, Nadine Siegmann, Marina Radloff und Caja Ludwiger (stehend, v.l.) sowie Nicola Ruzickowa und Jasmin Federspiel (nicht im Bild). ·
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Sie haben im Politik-Wahlpflichtkurs unter der Leitung von Lehrerin Nadine Hellmich (rechts) das Handlungskonzept für die Anerkennung als Umweltschule entwickelt: Niclas Neuhaus, Brian Radloff und Michel Voßmeyer (vorn, v.l.), Pascal Buschmann, Lars Wenke, Saskia Klostermann, Daniel Timmermann, Benita Meyer, Cleo Klingebiel, Caroline Stoffers, Nadine Siegmann, Marina Radloff und Caja Ludwiger (stehend, v.l.) sowie Nicola Ruzickowa und Jasmin Federspiel (nicht im Bild). ·

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken„Schule ohne Rassismus“ und „mit Courage“ ist die Haupt- und Realschule Harpstedt bereits. Den nächsten Titel hat sie nun ins Visier genommen. „Wir wollen Umweltschule werden und haben uns für die Bewerbung als Handlungsfelder die Neugestaltung unseres Schulgartens und die Nutzung von Energiesparmöglichkeiten ausgesucht“, sagt Pascal Busch-mann. Er gehört neben weiteren Zehntklässlern einem Politik-Wahlpflichtkurs (WPK) an, der sich intensiv mit dem Projekt beschäftigt.

Mit der Idee, sich um die Anerkennung als „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ zu bemühen, hat WPK-Leiterin Nadine Hellmich offene Türen eingerannt – auch bei der Schulleitung. Die Bewerbung ist abgeschickt. Das Handlungskonzept, das für den Zeitraum von 2011 bis 2013 zu erarbeiten war, steht. Im Januar stellt der Wahlpflichtkurs es der Schule in einer Powerpoint-Präsentation vor. In den nächsten zwei Jahren sind dann möglichst viele der formulierten Vorhaben umzusetzen. Die Schule muss 2013 in einem Sachstandsbericht darlegen, wie zielorientiert und erfolgreich sie bis dahin gearbeitet hat. Davon hängt es ab, ob sie den Titel verliehen bekommt.

Der Schulgarten soll fächerübergreifend unter Beteiligung möglichst vieler Klassen, Wahlpflichtkurse und Arbeitsgemeinschaften entwickelt und dann auch für den interdisziplinären Erkenntnisgewinn genutzt werden. „Wir werden Bänke bauen und ein Insektenhotel schaffen“, verrät Schülerin Caroline Stoffers aus dem WPK. Hochbeete, Gewächshaus, Komposthaufen und Sinnespfad finden sich ebenso in Planzeichnungen wieder. Kräuterbeete könnten sinnvoll in Zusammenarbeit mit dem Bereich Hauswirtschaft realisiert werden. Der Teich empfiehlt sich nach einer Neugestaltung auch für Forschungen. „Um etwa den pH-Wert zu messen oder in Bio Wasserproben zu entnehmen und unterm Mikroskop zu untersuchen“, erläutert Marina Radloff.

Zu den Grundideen des Konzepts zählt der Schulgarten als ideales Umfeld für ganzheitliches Lernen: Fragen rund um gesunde Ernährung ließen sich etwa thematisieren – wie auch um regenerative Energien. Dem WPK schwebt nämlich vor, mittelfristig den Energiebedarf des Gartenhäuschens aus Photovoltaikzellen zu decken, die auf dem Dach der Hütte installiert werden sollen. Was im künftigen Schulgarten angebaut und geerntet wird, ist noch offen. „Das hängt auch von der Bodenbeschaffenheit ab. Hierzu erhoffen wir uns Ratschläge von Gärtnern“, sagt Nadine Hellmich. Überhaupt will die Schule mit Partnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten, zumal das Projekt sonst kaum zu finanzieren wäre. I. D.-Bau, die Volksbank und die Gärtnerei Knolle haben schon Unterstützung zugesagt. „Wir wollen den Schulgarten der Öffentlichkeit zugänglich machen und auch die benachbarte Grundschule einbeziehen“, erläutert Nadine Hellmich.

Ebenso sei angestrebt, sich mit bereits bestehenden Umweltschulen in der Region kurzzuschließen, um von deren Erfahrungen profitieren zu können.

„Energie sparen“ hat sich der WPK als zweiten Schwerpunkt auserkoren. Hier ist die Haupt- und Realschule Harpstedt ohnehin auf einem guten Weg – dank des konsequenten Energiemanagements unter Federführung des Bremer Fachbüros UTEC. Doch es soll noch mehr passieren, damit umwelt- und klimabewusstes Handeln den Schulalltag prägt. So schlägt der WPK die Einführung eines Energiewächters je Klasse vor, der darauf zu achten hat, dass Strom und Wärme in den Klassenzimmern nicht vergeudet werden.

„In Kooperation mit ausgewählten Unternehmen in der Samtgemeinde sollen unterschiedliche Anstrengungen zur Energieeinsparung erfahren, dokumentiert und weitergegeben werden. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse in eigenen Modellen selbst anwenden und Energiesparpotenziale für die Schule erschließen und umsetzen“, heißt es weiter im Handlungskonzept.

Ein weiteres Ziel ist es, Partnerbetriebe mit zukunftsweisenden, nachhaltigen Konzepten ins Boot zu holen – auch als außerschulische Lernorte. Ein solches Unternehmen wirtschaftet sogar in direkter Schulnähe: I.D.-Bau. „Wir sind dort gewesen, haben uns das Energiesparhaus angesehen und uns über Photovoltaik informiert“, verrät Caroline Stoffers.

Seit 1995 wird das Projekt „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ über das Kultusministerium angeboten. Es hat sich in Niedersachsen zum größten schulischen Netzwerk gemausert. Die Koordination auf Landesebene obliegt Ursula von der Heyde. „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ ist zertifiziert als Projekt der weltweiten Dekade der Vereinten Nationen „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2005–2014). In Niedersachsen unterstützt das Projekt alle Aktivitäten im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel, „Schulqualität und Gestaltungskompetenz zu fördern“.

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