„Gildeshauser Kopf“ Manfred Rollié seit 1973 Mitglied der Schützengilde

Nachbar spendiert den Frack

Manfred Rollié lernte die Schützengilde von beiden Seiten kennen – als Schwarzrock und als General. ·
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Manfred Rollié lernte die Schützengilde von beiden Seiten kennen – als Schwarzrock und als General. ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerEr ist der einzige Ehrenbürger der Wittekindstadt, Alt-Bürgermeister, Generalmajor der Schützengilde und unser heutiger „Gildeshauser Kopf“: Manfred Rollié, der vor einigen Tagen seinen 84. Geburtstag feiern konnte.

„Eigentlich war die Gilde früher zunächst nicht so mein Ding“, gesteht Rollié offen und ehrlich ein. Aber im Laufe der Jahre habe sich das drastisch geändert: „1973 war es mein Nachbar Ewald Jüchter, der mich überredet hat, Mitglied der Schützengilde zu werden. Er wollte mir sogar den schwarzen Rock spendieren, wenn ich eintrete. Zusammen sind wir dann kurzerhand zur Firma Wil-Ro Schulze gefahren, um den Frack auszusuchen.“

Noch gut kann sich Rollié an seine Vereidigung auf der Herrlichkeit erinnern: „Mir war das Ganze ja nicht neu, immerhin hatte ich das Geschehen schon mehrmals als Zaungast verfolgt.“ Aber plötzlich mittendrin im Geschehen zu sein und dazu zu gehören, sei schon ein feierliches Gefühl gewesen: „Oberst war damals Hermann Petermann und General Wilfried Bonke.“

Rollié berichtet von einer tollen Truppe, in die er sehr schnell aufgenommen worden sei: „Ich gehörte von Beginn an dazu. Verständlich, dass wir auch stets unseren Spaß hatten.“ Es sei sehr wichtig, dass ein Gildemitglied auch einer Gruppe angehöre: „Ansonsten bist du ein verlorenes Kind und hast nichts von dem schönen Gildefest.“

Allerdings sei er schon die Jahre zuvor mit ausmarschiert, aber eben nur so zum Spaß: „Ab 1973 war es dann anders, ich war gebunden, und wir mussten uns den Gewohnheiten des Festablaufes anpassen. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Es war Jahr für Jahr ein Wiedersehen mit vielen Freunden.“

Immer wieder betont Rollié, dass schon damals Herkunft und Stand der Gildemitglieder keine Rolle gespielt hätten: „Jeder konnte einer Gruppe angehören, Konfession oder Herkunft waren absolut unwichtig. Und genau das war und ist der Grundgedanke der Gilde.“ Bis ins Jahr 1981 ist Rollié als „normales“ Mitglied ausmarschiert. Ein Jahr später aber hatte das Fest für ihn eine ganz andere Bedeutung, er war Kraft seines Bürgermeisteramtes, das er am 5. November 1981 übernommen hatte, zum General der Schützengilde geworden.

Nach Amtsende im Jahr 1999, sein Nachfolger wurde als erster hauptamtlicher Bürgermeister Wildeshausens Franz Duin, wurde Rollié zum Generalmajor ernannt. Ein „Dienstrang“, den neben ihm nur Hans Spille trägt.

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