Johanneum bietet interessante Alternative zu lebenslangem Medikamentenkonsum / Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Nach der Operation ist das Sodbrennen Vergangenheit

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Dr. Frank Steffens (l.) hält den Empfänger in der Hand, Dr. Alexander Terzic zeigt den dünnen Schlauch, mit dem der Chip in die Speiseröhre eingeführt wird. ·

Wildeshausen - Jeder dritte bis vierte Deutsche kennt Beschwerden durch Sodbrennen. In der Regel ist das ein harmloses Symptom nach dem Genuss mancher Getränke oder Speisen. Viele Betroffene verspüren aber täglich Beschwerden mit der Folge einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität.

Brustschmerzen ähnlich wie bei Herzerkrankungen, aber auch Beschwerden wie Heiserkeit, Kehlkopfentzündungen oder Asthma können bei Säurerückfluss auftreten. Die Beschwerden lassen sich oft durch Medikamente lindern oder beseitigen. In einigen Fällen ist jedoch eine Operation die sinnvollste Methode, Sodbrennen dauerhaft zu verhindern.

Das Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen hat sich in den vergangenen Monaten zu einem Fachzentrum für Diagnose und Behandlung entwickelt. „Möglich ist das durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Internist Dr. Frank Steffens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, und Dr. Alexander Terzic, Chefarzt der Klinik für Viszeralchirurgie“, so Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. Die beiden Spezialisten gehören zum neuen kompetenten Team der Klinik in Wildeshausen und bringen jahrelange Erfahrung mit.

„Zur Abklärung der Beschwerden ist eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen sinnvoll“, erklärt Steffens. „Bereits seit vielen Jahren ist zusätzlich eine Messung des Säurewerts (ph-Wert) in der Speiseröhre möglich.“ Bislang sei diese Messung nur durch eine durch die Nase nach außen geleitete Sonde machbar gewesen, die 24 Stunden im Körper verbleiben musste.

„Das hatte natürlich geringen Patientenkomfort“, so Steffens, der seit wenigen Wochen eine Alternative anbietet: Im Rahmen einer Magenspiegelung beim schlafenden Patienten wird ein Chip in die Speiseröhre eingesetzt, der für 48 Stunden ph-Werte aufzeichnet und nach einigen Tagen ausgeschieden wird. „Wir können die Werte ganz einfach am Notebook auslesen“, so Steffens. Dann erkennt der Mediziner auch, ob eine Operation empfehlenswert wäre.

Für die Therapie des Sodbrennens ist dann Alexander Terzic zuständig. Der Viszeralchirurg hat bereits über 200 Eingriffe in der minimal-invasiven Technik vorgenommen. „Er stülpt den oberen Teil des Magens als Halbmanschette über den Speiseröhrenausgang und verhindert so, dass Säure nach oben steigt. „Die Erfolgswerte liegen bei 85 bis 90 Prozent“, sagt er. Eine spätere Nachoperation sei auch möglich, wenn es nötig sei. Die Patienten seien damit in der Regel ihre Probleme mit Sodbrennen komplett los. · dr

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