Angeklagter soll seine Tochter vergewaltigt haben / Kinder leiden unter Trennung vom Vater / Glaubwürdigkeitsgutachten beantragt

Mutmaßlicher Missbrauchsfall: Weiter kein Geständnis

Oldenburg - OLDENBURG · Im Prozess vor der Oldenburger Jugendkammer gegen den 56 Jahre alten Mann aus Delmenhorst, der im März vergangenen Jahres seine kleine Tochter schwerst sexuell missbraucht haben soll, hat das Gericht den Angeklagten gestern noch einmal eindringlich aufgefordert, ein Geständnis abzulegen, falls an den Vorwürfen etwas dran sein sollte.

Nur so sei überhaupt irgendwann ein Umgang mit dem Mädchen wieder möglich. Der Angeklagte blieb aber dabei: Er könne nicht gestehen, was er nicht getan habe.

Nach der bisherigen Beweisaufnahme (das Verfahren läuft bereits seit November) wird es für den Angeklagten allerdings eng. Denn seine elfjährige Tochter, die als Zeugin noch einmal die Vorwürfe bekräftigt hat, macht einen absolut glaubwürdigen Eindruck. Seit der Tat hat sie ihren Vater nicht wieder gesehen. Sie und ihr älterer Bruder leben bei der Mutter. Früher durften die Kinder den Angeklagten, der nicht mit der Mutter der Kinder zusammenlebte, am Wochenende besuchen. Das ist seit der Tat vorbei.

Nach der gestrigen Aussage einer Psychologin, die die Elfjährige betreut, leiden die Kinder darunter, den Vater nicht mehr sehen zu dürfen – trotz des Vorfalls. Damit nicht genug: Der Bruder mache seiner Schwester (der Elfjährigen) schwere Vorwürfe, durch ihre Offenbarung den Kontakt zum Vater zerstört zu haben. Dabei meine er nicht, dass seine Schwester lügt und der Missbrauch möglicherweise nicht stattgefunden hat, erklärte die Psychologin. Er leide nur unter dem momentanen Kontaktverbot.

Die Tochter, so die Psychologin, habe sie gefragt, was sie tun könne, um den Vater noch einmal sehen zu dürfen. Sie habe ihr geraten, erst einmal einen Brief an den Vater zu schreiben. Das Mädchen leide darunter, nicht zu wissen, ob der Vater es noch lieb habe. Das alles habe aber nichts damit zu tun, dass die Vorwürfe nicht stimmen könnten. Trotz der Tatsache, dass die Elfjährige glaubwürdig scheint, hat die Verteidigung nun den Antrag gestellt, über das Mädchen ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellen zu lassen. Ob dem Antragstattgegeben wird, darf bezweifelt werden.

In der kommenden Woche wird das Verfahren nun fortgesetzt. Bis dahin hat der Angeklagte noch Zeit, über ein Geständnis nachzudenken. Kommt das nicht, muss er möglicherweise mit einer hohen Strafe rechnen. Anfangs war das Verfahren beim Amtsgericht angeklagt gewesen. Doch dann wurde es an die Große Jugendkammer abgegeben, weil die Strafgewalt eines Amtsgerichtes zur Ahndung der Tat nicht ausreichen könnte.

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