Geringe Resonanz auf zweite Fachtagung „Wer hilft wem“ von Hunteschule und Initiative „ELT“

„Müssen Eltern sensibilisieren“

Den Vortrag hielt Martin Baumgartner-Heppner. Auch die heilpädagogische Praxis „Steps“ war vertreten.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Eine größere Resonanz hätten sie sich schon gewünscht – Thomas Trüper, Leiter der Wildeshausen Hunteschule (Förderschule Lernen), und Edeltraud Kuhlmann von der Initiative „ELT“ (Eltern, Lehrer Therapeuten): Eher schwach besucht war die zweite Fachtagung „Wer hilft wem“ gestern Nachmittag in der Hunteschule. Und das, obwohl sie nach der ersten Veranstaltung im vergangenen Jahr im Kreishaus erneut sehr viel Informationen für den Umgang mit „auffälligen“ Kindern und Jugendlichen bot.

So hatte die Tagung gestern den Titel „Störungen im Unterricht unter inklusiver Betrachtungsweise“. „Fakt ist, dass der Anteil der Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf ständig steigt“, betonte Trüper und sprach damit die Tatsache an, dass Eltern wie auch Lehrer eben mit „Legasthenie, AD(H)S und Co.“ umgehen und leben müssten: „Das war einer der Gründe dafür, dass wir im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Initiative ,ELT‘ die Fachtagung aus der Taufe gehoben haben.“

Die Wichtigkeit haben auch Einrichtungen für Lerntherapie, Heilpädagogik, Physiotherapie, Sprachheilschulung, Schulverweigerung, Konflikttraining und vieles mehr längst erkannt, denn allesamt informierten hinreichend an ihren Ständen in der Aula der Schule. „Oft sind es nur Kleinigkeiten, die aber möglichst früh bei den Kindern erkannt werden müssen“, sagte Martina Zahl, Konrektorin der Hunteschule. Dafür seien eben diese Einrichtungen da. „Aber sie müssen natürlich genutzt werden.“

Immer wieder wurde deutlich gemacht, dass die Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Lehrern überaus wichtig ist, um den Kindern zu helfen. „Die Eltern müssen sensibilisiert werden. Nur so ist es möglich, einen besseren Zugang zu den Kindern zu bekommen“, betonte Trüper.

Anschaulich ging Referent Martin Baumgartner-Heppner in seinem Fachvortrag „Kinder und Jugendliche fordern uns heraus – Konflikte, Krisen und Gewaltsituationen meistern“ auf die Thematik ein. Er machte deutlich, dass bei „auffälligen“ Jugendlichen der Ansatz nicht im Negativen, sondern im Positiven liegen müsse: „Nehmen wir einen Schüler, der recht schnell zur Gewalt bereit ist. Sei es, weil ihm jemand die Mütze vom Kopf zieht oder ihm einfach im Wege steht.“ Diesem Verhalten dürfe nicht mit Härte begegnet werden, sondern vielmehr mit einem Hinterfragen seines Verhaltensmusters: „Wir müssen dieses Muster verstören, ihm andere Fähigkeiten aufzeigen, die er zweifelsohne besitzt. Denn bislang kennt er nur diesen einen Weg.“ Schon bald werde er erkennen, dass es auch anders geht, er auch das Gespräch mit seinem Gegenüber suchen kann.“

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