Irakerinnen besuchen beispielhaften Kurs in Wildeshausen / Ohne Kinderbetreuung nicht denkbar

Motiviert, Deutsch zu lernen

Viele Frauen und ein Mann im Betreuungsraum an der Hauptschule in Wildeshausen.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Mit einem landkreisweit einmaligen Projekt wollen die Volkshochschule Wildeshausen und die Hauptschule möglichst viele irakische Kurden erste Deutschkenntnisse vermitteln. Das geht nur, wenn auch für eine Kinderbetreuung gesorgt ist.

Seit Herbst 2009 ist eine große Anzahl von Irakern nach Wildeshausen und die umliegenden Gemeinden gereist. Die meisten von ihnen verfügen weder über Sprachkenntnisse noch über Lese- und Rechtschreibwissen.

Bereits im September 2009 habe sich die Diakonie in Delmenhorst an ihn gewandt und angefragt, ob er Kurse mit Kinderbetreuung anbieten könne, erklärte gestern der Wildeshauser VHS-Leiter Hinrich Ricklefs. „Doch wir hatten keine Räume.“ Im Rahmen der Einrichtung von Sprachlernklassen erfuhr Hauptschulleiterin Dorit Hielscher davon, dass viele der irakischen Frauen großes Interesse daran haben, Deutsch zu lernen. „Unser Gedanke war dann, die Mütter ins Haus zu holen, wo ihre Kinder zum Teil auch in die Schule gehen“, sagt sie. In Abstimmung mit der VHS wurde dann der Raum der Schülerfirma „Rent a picture“ so umgestaltet, dass er als Unterrichtsraum dienen kann. Zudem wurde im „Ruheraum“ eine Kinderkrippe eingerichtet, in der es seitdem gar nicht mehr ruhig zugeht.

„Fünf Mal die Woche haben die Frauen nun von 10 bis 12.30 Uhr Unterricht“, erklärt Ricklefs. Mittlerweile kämen sogar auch Männer in die Kurse. Dank der VHS-Dozentin Irene Gerding, die Arabisch spricht, und Sozialpädagogin Anne Brinkmann können die Kinder gut versorgt werden. Zurzeit besuchen elf Frauen die Sprachförderung. Sie bekommen 945 Stunden bewilligt. Diese Stundenzahl reicht nach Einschätzung von Ricklefs aber nicht, um die sprachliche Voraussetzung für eine Einbürgerung zu schaffen. Man müsse dringend über weitere Förderungen nachdenken, so der VHS-Leiter. Er bescheinigt den Frauen aber, dass sie sehr motiviert seien. „Die wollen die Sprache lernen, um auch ihren Kindern helfen zu können.“ Acht bis zehn Kinder im Alter von ein bis drei Jahren werden während der Unterrichtszeit betreut. Hier ist es das Ziel, einen Übergang in den Kindergarten zu ermöglichen. Für die Krippe wird noch dringend Spielzeug, Puzzles und Puppen, gesucht. Wer etwas spenden möchte, sollte sich bei Hinrich Ricklefs unter Telefon 04431/71622 melden.

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