Mord an Taxifahrer: Angeklagter voll schuldfähig

Oldenburg - Ein wegen blutiger Messerattacken auf zwei Taxifahrer angeklagter 20-Jähriger ist voll schuldfähig. Das bescheinigte eine Psychiaterin am Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg.

„Sie hat keine psychische Erkrankung feststellen können“, sagte Gerichtssprecher Mario von Häfen. Außerdem habe sie den Richtern empfohlen, den jungen Mann aus dem Kreis Wesermarsch nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. „Er weist ihrer Ansicht nach noch nicht die Reife eines Erwachsenen auf.“ Diese Auffassung habe auch ein Jugendgerichtshelfer vertreten, der am selben Tag aussagte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 20-Jährigen Mord und versuchten Mord vor. Er soll am 25. September 2009 in Elsfleth (Kreis Wesermarsch) einen 58 Jahre alten Taxifahrer erstochen und einen Tag später eine damals 61-Jährige in Stuhr (Kreis Diepholz) lebensgefährlich verletzt haben. Nach Jugendstrafrecht drohen ihm maximal zehn Jahre Haft. Bei einer Verurteilung als Erwachsener müsste er mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen.

Den Angriff auf die Taxifahrerin hatte der 20-Jährige gestanden, die zweite Tat bestreitet er jedoch. Vor Gericht behauptete er, sich nicht erinnern zu können. Doch das kaufe ihm die Gutachterin nicht ab, sagte von Häfen. Eine Amnesie konnte sie bei ihm nicht feststellen. „Sie hat ihn aber als relativ emotionsarm beschrieben, als er von seinen Taten berichtete.“

An diesem Donnerstag sollen Staatsanwaltschaft und Verteidiger ihre Plädoyers halten. Anschließend will die Kammer das Urteil verkünden.

dpa

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