Nach langer Sanierung eröffnet der Ratskeller am Sonntag mit einem Fest für alle Bürger / Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Möbel aus Reishülsen und Speisen aus der Region

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Heiko Lingnau, Mona El Atrasch und Robil Uyar (v.l.) am gedeckten Tisch im neu gestalteten Ratskeller. ·

Wildeshausen - Der Ratskeller in Wildeshausen hat eine fast 500-jährige Geschichte. Seit 1968 wird er für gastronomische Betriebe vermietet. Am kommenden Sonntag wird ein neues Kapitel dieser Geschichte aufgeschlagen.

Dann sind die Sanierungsarbeiten offiziell beendet, und der Ratskeller öffnet komplett neu eingerichtet als ein Restaurant, das gehobene deutsche Küche anbietet. Die Eröffnung wird durch ein Fest ab 10.30 Uhr im Rathaus und auf dem Marktplatz begleitet, in dessen Rahmen Interessierte nicht nur das Lokal ansehen, sondern viel über die Geschichte der Stadt und des Rathauses erfahren können.

Lange Zeit war die Situation rund um den Ratskeller unklar. Die Stadt musste bei ihren Empfängen auf Catering verzichten oder andere Betriebe beauftragen. Es gab keine Bewirtung bei den Ratssitzungen. Dann räumte der letzte Pächter das Feld, so dass die Räume aufwändig saniert werden konnten. Bis Ende des Jahres wurde der Putz von den Wänden geschlagen und eine Feuchtigkeitssperre installiert. Im Rahmen der Ausschreibung entschied sich der Hauptpächter, die Nordmann-Gruppe, den Betreiber des Lokals „Zorbas am Markt“, Robil Uyar, als Unterpächter zu nehmen. Uyar versprach, nur deutsche Küche in dem Lokal anbieten zu wollen und holte sich mit Heiko Lingnau einen erfahrenen Gastro-Manager an seine Seite. Nach über drei Monaten, in denen die Beteiligten an dem Konzept feilten und die Ausstattung vervollkommneten, wird der Ratskeller nun eröffnet. „Es sind nur noch Kleinigkeiten zu erledigen“, freut sich Lingnau. „Ab Donnerstag wird für Sonntag vorbereitet.“

Der Ratskeller ist im Vergleich zu vorher nicht mehr wiederzuerkennen. Das Ambiente ist gehoben. Der Gast sitzt in Ledersesseln, die Lampen sind im Art-Deco-Stil gestaltet. Die Künstlerin Katherina von Essen aus Berne hat an der einen Wand einen Gilde-Trommler auf den Putz gebannt. Auf der anderen Seite findet sich eine Abbildung des historischen Rathauses. Geblieben sind die Malereien des Wildeshauser Künstlers Henry Garde.

Mittlerweile ist auch das gesamte Personal eingestellt. „Wir wollen den Spagat zwischen günstigen kleinen Speisen mit Pfiff und exklusiven Angeboten wagen“, so Lingnau und seine Assistentin Mona El-Atrasch. Die beiden setzen auf Nachhaltigkeit und kaufen fast ausschließlich regionale Speisen ein. Die Möbel, die ab Mitte April auf dem Marktplatz stehen, wurden zu 80 Prozent aus Reishülsen hergestellt und sind somit besonders ökologisch produziert worden.

Auf die Besucher wartet am Sonntag ein buntes Programm. Unter anderem gibt es kostenlose Führungen durch das Rathaus, Live-Musik von „Gordon“ auf einer Bühne auf dem Markplatz und von Nicole Theys und Rafael Jung im „Ratskeller“. Unsere Zeitung wird im Rahmen einer Sonderveröffentlichung ausführlich darauf hinweisen. · dr

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