„Mädchenzone“ und Babysitter-Kurs

Bis mittags kommen nur Mädels rein

Präsentierten gestern die neuen Angebot im Jugendzentrum: Jennifer Feldhaus, Charlotte von Olearius und Imke Schmidt (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker· „Mädchenzone ! – Auszeit für Jungs“, das ist das neueste Angebot im Wildeshauser Jugendzentrum „Jott-Zett“. Und die Jungs müssen in der Tat jeweils am Sonnabend von 10.30 bis 14 Uhr draußen bleiben. Der Startschuss für die „Mädchenzone“ fällt bereits morgen mit der Aktion „Rund um den Kürbis“. In der kommenden Woche gibt es zusätzlich einen Babysitter-Kurs, den Wildeshausens Gleichstellungsbeauftragte Charlotte von Olearius im „Jott-Zett“ anbietet.

„Eingeladen sind sonnabends alle Mädchen ab neun Jahren“, sagt „Jott-Zett“-Leiterin Imke Schmidt. Es habe sich gezeigt dass der Bedarf für ein solches Mädchentreffen bestehe. „Die Mädchen möchten auch mal unter sich sein, weil sie hin und wieder mit den Jungs nicht so richtig zurecht kommen“, fügt Jennifer Feldhaus an, die derzeit in Vertretung für Dirk Witers im Jugendzentrum tätig ist.

Die Einrichtung „Mädchenzone“ hat aber noch einen ganz anderen Hintergrund, wie Imke Schmidt erzählt: „Auf diese Weise möchten wir einen besseren Zugang zu den Mädchen mit Migrationshintergrund bekommen. Gerade sie scheuen sich immer wieder, einfach so zu uns zu kommen.“ Bislang sei das Jugendzentrum bis auf den Kindertag eher schwach mit Mädchen besetzt: „Gut läuft natürlich auch die Mädchen-AG, die wir dienstags für die Schulen anbieten.“

Ein Flyer, der jetzt an den Schulen verteilt wird, weist auf die „Mädchenzone“ hin, die stets eine interessante Aktion bietet. Hier reicht das Spektrum vom Kochen und Kekse backen bis hin zum Erstellen von Schmuck und Adventskalendern. „Allerdings ist es keine Pflicht, dass sich die Mädels daran beteiligen. Wer möchte, kann auch einfach so kommen, um andere kennen zu lernen oder die Angebote hier zu nutzen“, betont Imke Schmidt.

Die Teilnahme an der „Mädchenzone“ ist kostenlos, mittags gibt es sogar noch einen Imbiss. „Nichts Großes, vielleicht mal Nudeln oder einen leckeren Salat“, sagt die Leiterin.

Parallel zur „Mädchenzone“ läuft am Sonnabend, 6. November, von 10 bis 16 Uhr ein Babysitter-Kurs für Mädchen ab 13 Jahren, den Charlotte von Olearius ins Leben gerufen hat: „Ich führe schon seit einigen Jahren eine Babysitter-Liste, die ich Eltern, die Betreuung für ihre Kinder suchen, überlassen kann.“ Leider aber seien ihr jetzt die Babysitter ausgegangen. Es gibt also ein „Nachwuchsproblem für den Nachwuchs“. Und genau das möchte die Gleichstellungsbeauftragte ändern: „Babysitting ist für die Mädchen eine gute Möglichkeit, sich etwas Taschengeld zu verdienen.“

In dem Kurs, den Hebamme Rose Guhl aus Bremen leitet, werden die Mädchen auf die wichtigsten Arbeiten eines Babysitters vorbereitet. „Wickeln und die Beschäftigung mit Babys und Kleinkindern stehen dabei im Mittelpunkt. Aber auch die Vorbereitung auf eventuelle Problemfälle, so dass die Mädchen ihre verantwortungsvolle Tätigkeit mit Freude aufnehmen können“, sagt Charlotte von Olearius. Am Ende des Kurses, die Gebühr beträgt sieben Euro, gibt es den Babysitterpass, und jedes Mädchen kann sich in die Datei aufnehmen lassen. Verbindliche Anmeldungen für den Kurs unter der Telefonnummer 04431/5868.

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