Schüler verfolgen Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten

Mittag siegt am Morgen

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Andreas Neugebauer, Susanne Mittag, Angelika Brunkhorst, Astrid Grotelüschen, Dragos Pancescu (vorne von links – es fehlt Thomas Bartsch) mit den Veranstaltern Gerhard Albers und Barbara Assmann-Meivers sowie die Moderatoren Dierk Rohdenburg und Matthias Kluck (hinten von links) erörterten gestern die Schülerfragen zur Bildungs- und Arbeitspolitik. ·

Wildeshausen - Die Politik von SPD, Grünen und Piraten kommt bei den Schülern des Beruflichen Gymnasiums Wildeshausen gut an. Das zeigte gestern eine Abstimmung nach einer Podiumsdiskussion mit den sechs Bundestagskandidaten für den Wahlkreis 28 (Delmenhorst, Wesermarsch, Oldenburg Land).

In der Aula der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen hatten die Mandatsbewerber zuvor anderthalb Stunden lang über Schulpolitik, Arbeitsmarktentwicklung und Europa diskutiert. Besonders interessant wurde es beim Thema Jobsuche und Mindestlohn. Während Angelika Brunkhorst (FDP) ihre Antwort gab, entwickelte sich im Publikum spontane Unruhe.

Dabei war die Diskussion geradezu sanft gestartet. Moderator Dierk Rohdenburg, Redaktionsleiter der Wildeshauser Zeitung, hatte die Kandidaten zunächst um ein Statement zum Thema Arbeit und Soziales gebeten.

„Die Aussichten sind hervorragend“, sagte Astrid Grotelüschen (CDU). Sie verwies auf eine niedrige Arbeitslosenquote und solide Finanzen als Arbeitsnachweis der jetzigen Bundesregierung. FDP-Vertreterin Brunkhorst sah das ähnlich: „Wir haben im Landkreis fast eine Vollbeschäftigung.“ SPD-Kandidatin Susanne Mittag legte dagegen den Finger in die Wunde: „Man sollte sich darüber Gedanken machen, was das für Arbeitsplätze sind“, sagte sie. Eine Vielzahl unbefristeter Anstellungsverhältnisse und niedrige Löhne seien ein deutliches Zeichen für notwendige Veränderungen.

„Unserer Land muss sozialer werden“, betonte Thomas Bartsch (Linke) und forderte höhere Steuern für Reiche. Andreas Neugebauer (Piraten) übte Kritik an unbezahlten Praktika.

Als Dragos Pancescu (Grüne) auf höhere Ausgaben für Bildung drängte, entgegnete Brunkhorst, dass die Bundesregierung Einsparungen in allen Ressorts bis auf dem der Bildung vorgenommen habe.

Im weiteren Verlauf nahm Moderator Rohdenburg auch Fragen aus dem Publikum mit auf. So erkundigte sich ein Schüler nach einer größeren Chancengleichheit bei der Bildung.

Grotelüschen lobte das bestehende System. „Manche Schüler können ihr Abitur in acht Jahren packen.“ Ihnen müsse dafür auch die Möglichkeit gegeben werden. Mittag forderte „mehr Vielfalt“ und somit die zusätzliche Einführung weiterer Schulformen. Für die Integrative Gesamtschule (IGS) warb Grünen-Vertreter Pancescu. Linke-Kandidat Bartsch möchte einheitliche Bildungsziele gerne im Grundgesetz verankert haben.

„Wie kommt es, dass viele junge Menschen trotz abgeschlossener Ausbildung einen Zweitjob annehmen müssen?“, fragte eine Schülerin.

Bartsch forderte eine Garantie zur Übernahme nach Abschluss der Berufsausbildung. Neugebauer schimpfte auf Ein-Euro-Jobs. Und Susanne Mittag kritisierte erneut die Bundesregierung: „In den vergangenen vier Jahren ist es versäumt worden, einen angemessenen Mindestlohn einzuführen.“

Es folgte der Auftritt von Angelika Brunkhorst (FDP): „Die Berufswahl sollte man sich schon gut überlegen. Bei den Tarifen gebe es gravierende Unterschiede. Aber junge Leute können ja rechnen.“

Was die Schüler davon hielten, zeigten sie bei der finalen Abstimmung. Während Brunkhorst nur sehr wenige Stimmen bekam, ging Susanne Mittag als Siegerin aus der Runde hervor. · js

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