Mete Izgi initiiert nicht alltägliches Projekt am Gymnasium / Jugendliche lesen 163 Romane

„Mit deutscher Sprache spielen“

Preisvergabe: Mete Izgi, Madeleine Marowsky, Swantje Geerken und Michelle Boldt (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Dass Deutschunterricht nicht nur trocken und fad sein muss, hat ein nicht gerade alltägliches Projekt bewiesen, das Lehrer Mete Izgi im vergangenen Jahr am Wildeshauser Gymnasium auf die Beine gestellt hatte. Gestern ehrte er die drei Schülerinnen der sechsten Klasse, die während der Aktion „Kreatives Schreiben und Lesewettbewerb“ die vorderen Plätze ihrer Altersgruppe belegt hatten.

„Mit dieser Aktion wollte ich das Gefühl für die deutsche Sprache weiter schärfen. Wer in Deutschland etwas werden will, der muss die Sprache nicht nur verstehen, sondern er muss sie beherrschen und leben. Genau das vermittele ich meinen Schülern immer wieder – sie müssen mit der Sprache spielen“, sagt Mete Izgi, der im Jahr 1985 als 22-Jähriger aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist.

Initiiert von Izgi, hatten Schüler der Klassen 5 d, 8 a und 10 a in ihrer Freizeit auf freiwilliger Basis insgesamt 163 Jugendromane gelesen. Dazu wurden 98 handgeschriebene Inhaltsangaben abgegeben. „Doch damit nicht genug, die Jugendlichen haben auch noch 33 Romane mit selbst gebastelten Plakaten vorgestellt und im Rahmen von Kurzreferaten Auszüge aus diesen Büchern gelesen“, erzählt der Lehrer, der sich überaus zufrieden mit dem Verlauf seines Projektes zeigt: „Wie viel Spaß die Schüler an dem Projekt hatten, beweist die Tatsache, dass nicht nur Kurzgeschichten verfasst wurden, sondern in der Klasse 8 a ebenfalls in der Freizeit eine gemeinschaftliche Krimigeschichte geschrieben wurde, die sich über 40 Seiten erstreckt.“

Da aus diesen freiwilligen Aktionen viele überaus gelungene Ergebnisse hervorgingen, entschloss sich Mete Izgi, diese zu prämieren. Nachdem die heutigen Klassen neun und elf bereits ausgezeichnet worden waren, belohnte der Lehrer gestern die Gewinner der sechsten Klasse. Auf den ersten Platz kam Swantje Geerken vor Madeleine Marowsky und Michelle Boldt. Für sie gab es jeweils einen Roman von Autorin Regine Kölpin, den sie jedoch wie alle Publikationen für Jugendliche unter ihrem Mädchennamen Fiedler geschrieben hatte. Das Besondere an diesem Buchpräsent war, dass die Romane von der Autorin handsigniert worden waren. „Eigentlich wollte Regine Kölpin euch die Bücher selbst überreichen, aber aus terminlichen Gründen hat der Besuch bei uns nicht geklappt“, betont Izgi.

Zudem gab es für die Gewinner eine Schreibtischunterlage, auf der die Regeln der Rechtschreibung zu lesen sind. Großen Jubel gab es in der Klasse jedoch nicht nur für die Sieger, sondern vielmehr für die Trostpreise: Hier spendierte der Lehrer Gummibärchen für alle.

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