Langförder Firma „Novagreen“ testet Algen-Gewächshäuser an Biogasanlagen

Mikroalgen können CO2 sinnvoll nutzen

Oldenburg - EMSTEK (cs) · Weniger Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre: Das ist das Ziel aller Klimaschützer. Umweltfreundlich Strom produzieren, auch das soll möglich sein – beispielsweise über Biogasanlagen.

Doch die geben wiederum jede Menge C02 an die Luft ab – zu 45 Prozent besteht Biogas aus Kohlendioxid. Dieses CO2 will die Firma „Novagreen“ aus Langförden nicht nur nicht an die Luft entweichen lassen, sondern auch noch sinnvoll nutzen. Ebenso wie Nährsalze oder Gärsubstrate, die Biogasanlagen produzieren, aber nicht brauchen. Funktionieren soll das mit Mikroalgen. Mit einem speziell entwickelten Kaskadensystem in einem Algen-Gewächshaus sollen die Algen das CO2 aus Biogas binden. Denn die Algen brauchen CO2, Nährsalze und Licht zum Wachsen – genau die Stoffe, die eine Biogasanlage ausstößt. „Eine perfekte Symbiose“, sagt Geschäftsführer Rudolf Cordes. Die Algenmasse, die durch die Stoffe aus der Anlage lebt, könne dann beispielsweise zu Omega-3-Fettsäuren oder biologischen Farbstoffen werden, erklärt Geschäftsführer Rudolf Cordes. Zukünftig sei auch die Produktion einer Basischemikalie für Bioraffinerien denkbar. Ein Demo-Gewächshaus hat die Firma in Emstek (Kreis Cloppenburg) gebaut.

Die Forschungen des Unternehmens stehen im Mittelpunkt des sechsten Weser-Ems-Gespräches der Stiftung der Oldenburgischen Landesbank (OLB) unter dem Titel „Herausforderungen und Chancen des Klimawandels in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“, das für Donnerstag, 25. Februar, in Oldenburg geplant ist. Gestern präsentierte Cordes seine Idee Ralph Schröder und Ludger Albers von der OLB.

„Wir wollen jetzt herausfinden, wie viel Hektar Algen wir brauchen, um eine ganze Biogasanlage CO2-frei zu bekommen“, erläuterte Cordes. Ein Biokaskadensystem würde pro Hektar und Jahr 80 000 Kilogramm Algenbiomasse bringen, hochwertiges Biogas und -methan produzieren und den Ausstoß von CO2 um 480 000 Kilogramm reduzieren. Einen zusätzlichen Beitrag für erneuerbare Energien leisteten die Systeme dadurch, dass die Dächer der Gewächshäuser aus speziellen, lichtdurchlässigen Photovoltaikmodulen bestünden. „630 Kilowatt-Peak Strom pro Stunde könnte das bringen“, meint Cordes.

Nicht nur für die Verminderung des CO2-Ausstoßes von Biogasanlagen sind die Mikroalgen verwendbar. Auch für Kohlekraftwerke sei diese Form der Säuberung denkbar, erklärt Cordes. Versuche gab es bereits.

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