„Maulwürfe“ zeigen sich und kündigen Offensive an

Franz Bahlmann, Michael Witten und Torsten Koschnitzke (v.l.) stehen hinter der Aktion „Willi wühlt“. ·

Wildeshausen - Seit dem Frühling steht in Wildeshausen an wechselnden Brennpunkten ein rosafarbener Betonhaufen mit einem Maulwurfsschild. „Willi wühlt“ heißt die Aktion vor dem Schwimmbad, dem Klärwerk oder dem Rathaus. Im Internet wird fleißig diskutiert. Waren die Initiatoren lange Zeit anonym, haben sich die drei „Macher“ von Willi nun geoutet.

Mit Trainer und Berater Torsten Koschnitzke, Küchentreff-Geschäftsführer Franz Bahlmann und Steuerberater Michael Witten sind es drei bekannte und anerkannte Wildeshauser, die Flagge zeigen und die jetzt ankündigen: „Willi startet in den kommenden Wochen voll durch“. So sei eine weitere Internetpräsenz bei „Facebook“ geplant und würden Wurfzettel an alle Haushalte verteilt. Ziel sei es, möglichst viele Freunde von „Willi“ zu finden, konstruktive Entscheidungen einzufordern und die politische Willensbildung zu stärken. „Einem schwachen Stadtrat, der keine klaren Mehrheiten hat, muss Rückenwind gegeben werden“, sagt Michael Witten. „Irgendwann soll an Willi niemand mehr vorbeikommen.“ In diesem Zusammenhang ist es dem Kreis der Unterstützer, der mehr als 40 Personen groß ist, wichtig, keine politische Farbe zu bevorzugen. „Wir wollen alle ins Boot holen“, sagen die Initiatoren.

Die Idee, einen Maulwurf zu kreieren, der auf Missstände in der Wittekindstadt hinweist, wurde über Wochen entwickelt. Im Rahmen einer Werder-Niederlage im Dezember vergangenen Jahres kamen Witten, Koschnitzke und Bahlmann von dem einen frustrierenden W (Werder) zum anderen W (Wildeshausen). „Wir sind alle viel unterwegs und sehen, wie anderswo Probleme angepackt werden“, sagt Koschnitzke. „Von den Voraussetzungen in Wildeshausen gibt es aber hier genauso viele Entwicklungsmöglichkeiten, wie anderswo. Wildeshausen ist traumhaft schön, aber wir kriegen es nicht auf die Spur.“

Die drei Männer merkten schnell, dass sie alleine nicht so viel bewirken können und suchten sich Gleichgesinnte. „Wir haben ganz schnell Leute gefunden, die ähnlicher Meinung wie wir waren“, berichtet Bahlmann. So sei ein „runder Tisch“ mit Teilnehmern aller politischen Farben entstanden. Es entstand die Idee, einen Maulwurf zu entwerfen, den Internetauftritt willi-wuehlt.de zu entwickeln und die Zeitungen einzuschalten. Das erste Mal stand der Maulwurf auf dem Markt, um zu signalisieren: „Wir lieben diese Stadt.“ Dann aber befand sich die Figur an Stellen, an denen Handlungsbedarf besteht. „Wir wollten sagen: Tut was!“, so Koschnitzke. Die Reaktionen waren überraschend positiv. Die Bürger beteiligten sich und äußerten im Internet ihre Meinung. „Es war ein Versuchsballon“, so Witte. „Wir wollten anonym bleiben, damit die Diskussion sich nicht an Personen aufhängt.“

Bis zur Wahl wollten die Macher von Willi warten. Nun haben sie sich geoutet und wollen weiter Druck entfalten. „Spätestens, wenn im Rat vor einer Entscheidung gefragt wird, was Willi dazu meint, haben wir gewonnen“, sagt Bahlmann. Kurz hätten sie auch darüber nachgedacht, sich zur Wahl zu stellen. „Doch dafür war die Zeit noch nicht reif.“

Nun soll im Internet fleißig weiter diskutiert werden. Gleichzeitig sucht Willi Freunde bei Facebook. Und am Ende soll es mit Wildeshausen bergauf gehen. Auch in der Geschäftswelt, denn über die Leerstände wird zurzeit im Blog am heftigsten diskutiert. · dr

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