Von „My Bonnie“ bis „Bora Bora“: Shanty-Chor-Konzert im Koems in Harpstedt hätte mehr Zuhörer verdient gehabt

Matrosen-Romantik und Seemannsgarn

Begeisterte bis zum Schlussakkord im Koems-Saal: der Capstan Shanty Chor Bremen mit seiner musikalischen Leiterin Anna Koch.

Harpstedt - Ein Hauch von Fernweh packte am Sonnabend etwa 80 Zuhörer, die sich im Koems-Saal einfanden und sich auf eine musikalische Schiffsreise rund um den Globus einließen.

Rund 40 Sänger des Capstan Shanty Chors Bremen sowie fünf Instrumentalisten gingen in Harpstedt „vor Anker“ und verzauberten ihr Publikum mit Liedern, aus denen einerseits Seefahrerromantik sprach, die andererseits aber auch den harten Job der Matrosen in früherer Zeit nachvollziehbar machten. Künstliche Möwen über der Bühne, ein Rettungsring und ein Schiffsruder verstärkten das maritime Flair. Alles in allem hätte das Konzert mehr Zuhörer verdient gehabt.

Mit Klassikern wie „My Bonnie is over the Ocean“, „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ oder auch „Bora Bora“ wusste der Chor zu gefallen. Dieter Ahrens führte als Moderator humorvoll durch das Programm und verstand es, die Gäste mit Döntjes und Seemannsgarn zu erfreuen und zu erheitern.

Der Begriff „Capstan“ stammt aus dem seemännischen Sprachgebrauch. Er bezeichnet eine Winde mit senkrechter Achse, die früher meistens auf dem Vorderschiff der Segler stand. Sie diente zum Hieven des schweren Ankers.

Der Capstan Shanty Chor Bremen war 2002 von seinerzeit zehn Sangesfreunden gegründet worden. Inzwischen zählt der Verein, der seinen „Heimathafen“ im Gasthaus Bellmann in Moordeich hat, 48 aktive Sänger, die sich dort dienstags um 19.30 Uhr zur Probe treffen. Verstärkt werden sie durch fünf Instrumentalisten auf drei Akkordeons und zwei Gitarren. Dass in einem reinen Männerchor eine Frau auf der „Kapitänsbrücke“ steht, darf schon als Besonderheit gelten: Anna Koch hält als Dirigentin das Ruder fest in der Hand und versteht es, den „Seebären“ die richtigen Töne beizubringen. Auf der Bühne ist sie eine Bank. Spielend gelingt es ihr – wie auch im Koems-Saal –, die Shanty-Fans zum Mitsingen und Mitschunkeln zu bewegen. In Harpstedt übernahm sie aber nicht nur das Dirigieren. Bei „Bora Bora“ überraschte sie mit Gefühl für Takt und Rhythmus an den Bongos.

Als der Chor „Wir wollen nach Haus‘“ sang, dachten die Sänger noch lange nicht ans Aufhören. Zunächst stand eine Pause auf dem Programm. Die nutzte der Chor, um einen Xylophon spielenden Künstler vorzustellen: Josef Joffe beherrschte sein Instrument bravourös und imponierte mit Klängen in atemberaubendem Tempo. Alexander Kremer begleitete ihn am E-Piano. Joffe ist im Übrigen kein unbeschriebenes Blatt, sondern hat schon vielfach sein Können eindrucksvoll bewiesen, auch im Fernsehen. Sogar in der Samstagabendshow „Wetten dass“ trat er auf.

Insgesamt gelang es allen Mitwirkenden, die Zuhörer bis zum Schlussakkord zu begeistern. Der Capstan Shanty Chor Bremen absolviert im Jahr etwa 60 Auftritte und hat schon im ganzen Bundesgebiet auf sich aufmerksam gemacht. Über mangelnde Auftritte können sich die „Seebären“ nicht beschweren. Gerade in den kommenden Wochen ist der Terminkalender prall gefüllt. „Wir haben noch acht Weihnachtskonzerte“, verriet Rolf Klust, der erste Vorsitzende. Als echtes Highlight ragt dabei ein Auftritt auf dem Bremer Weihnachtsmarkt unter Mitwirkung von Bürgermeister Jens Böhrnsen heraus.

Aktuelle Termine und weitere Informationen zum Shanty-Chor finden Interessierte im Internet.

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