Elisabeth Ehbrecht hat ein seltenes Hobby – sie rettet junge Libellen

„Massenhaftes Morden beginnt in Morgenstunden“

Elisabeth Ehbrecht präsentiert eine Groß-Libelle.
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Elisabeth Ehbrecht präsentiert eine Groß-Libelle.

Wildeshausen - Wie vielfältig Hobbys sein können, dafür ist die Wildeshauserin Elisabeth Ehbrecht ein sehr guter Beweis. Sie sammelt nicht etwa, sondern hat sich dem Natur- und Tierschutz verschrieben – der Rettung von Groß-Libellen. Und dafür steht sie praktisch mitten in der Nacht auf, um an ihren Gartenteich zu gehen.

Alles begann mit dem Anlegen des Gartenteiches, der sich zunächst kaum von anderen unterschied. „Bald zeigte sich jedoch, dass eine besondere Insektenart, nämlich Libellen, eine Vorliebe für dieses Biotop entwickelt hatten“, erzählt Elisabeth Ehbrecht.

In immer größerer Anzahl und Artenvielfalt hätten sich diese „Jäger mit den gläsernen Flügeln“ am Teich eingefunden und ihre Eier abgelegt. „Das Schlüpfen beginnt im Frühjahr mit den Adonis-Libellen. Bald folgen Azur-Jungfern, Vierfleck- und Plattbauch-Libelle sowie die rote und schwarze Heide-Libelle, um nur einige der Arten zu nennen“, sagt die Insektenschützerin. An Groß-Libellen seien es die verschiedenen Mosaik-Jungfern.

„Offensichtlich liegt es an der Bepflanzung des Teiches, einschließlich der eingebauten Baumstümpfe, die ebenfalls der Eiablage dienen, dass sich so viele Libellenarten von dem Gewässer angezogen fühlen“, vermutet Elisabeth Ehbrecht. Leider aber hätten sehr schnell besonders Amseln diese Ansammlung der wunderschönen Glas-Flügler als Futterquelle entdeckt: „Da der Schlüpfvorgang der Libellen mehrere Stunden dauert, haben die Vögel Zeit, reiche Beute zu machen. Während dieser Zeit verharren die Libellen nämlich schutzlos an den Stängeln der Wasserpflanzen.“

Das massenhafte Morden beginnt nach Aussage von Elisabeth Ehbrecht bereits in den frühen Morgenstunden. „Es ist enorm, wie die Vögel dann über die Insekten herfallen.“ Um den Libellen einen sicheren Start zu gewähren, ist die Teichbesitzerin dazu übergegangen, die frisch geschlüpften noch flugunfähigen Insekten mit Hilfe eines Bambusstäbchens vorsichtig abzustreifen und in einen Weidenkorb umzuquartieren.

„Darin können sie während der Restnacht durchtrocknen, was dann an ihren glasklaren Flügeln zu erkennen ist. Freigelassen werden sie von mir am frühen Morgen“, erzählt Elisabeth Ehbrecht. Die Freilassung erfolge als Massenstart auf einem Waldweg: „Der Rekord einer Schlüpf-Saison liegt zurzeit bei 172 Groß-Libellen. Diesen sicheren Erstflug beobachten zu können, ist für mich ein wirklich schöner Lohn für meine nächtlichen Rettungsaktionen.“ · jd

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