Pfarrer Lars Löwensen stellte sich gestern der evangelischen Wildeshauser Kirchengemeinde vor

Der neue Pfarrer Löwensen: „Manchmal rede ich zu schnell ...“

Lars Löwensen mit seiner Frau Birte und Sohnemann Arn-Mattis.

Wildeshausen - (ck) · Lars Löwensen fühlte sich gestern gut aufgenommen. So gut, dass der Pfarrer während seines Vorstellungsgottesdienstes schon von der Sozialarbeit „unserer Kirchengemeinde“ sprach, für die die Kollekte bestimmt war. Da schmunzelte der Geistliche am Altar der gut besuchten Wildeshauser Alexanderkirche ein wenig. „Mit ,unserer‘ muss ich vorsichtig sein, das wird ja noch entschieden.“

Stimmt. Denn später stellte sich der Familienvater im Remter den Fragen der Mitglieder aus der evangelischen Kirchengemeinde, ehe die Stimmberechtigten des Gemeindekirchenrats in nicht öffentlicher Sitzung entschieden, ob sie gegen die Berufung Löwensens auf die Pfarrstelle „Wildeshausen-Süd“ Berufung einlegen oder nicht. Doch das Votum samt schriftlicher Benachrichtigung an den Oberkirchenrat dürfte zu Gunsten des 38-Jährigen ausfallen. Denn während er sich gestern mit seiner Frau Birte präsentierte, sammelte er reichlich Pluspunkte.

„Seit Monaten sehnt sich die Gemeinde nach einem neuen Gesicht“, unterstrich Pastor Matthias Selke zu Beginn des Abendmahls-Gottesdienstes. Immerhin läge der Abschied von Pastor Rüdiger Gryczan in Richtung Brake schon fast ein Jahr zurück.

Der designierte Nachfolger kommt ebenfalls von der Unterweser: Löwensen wirkt als Pfarrer in Friedrich-August-Hütte, „quasi einer Gemeinde in der Kirchengemeinde Blexen“ – und die liege wiederum auf Nordenhamer Gebiet, schilderte der hoch aufgeschossene 38-Jährige. Zwar wolle er nicht dringend diesen Ort verlassen, aber nach neun Jahren sei die Zeit reif für eine Veränderung. Und vor seiner Bewerbung hatte er sich mit seiner Frau und dem eineinhalbjährigen Sohn Arn-Mattis den möglichen neuen Lebensmittelpunkt angesehen. Anschließend stand der Entschluss der Familie fest: „Sie haben eine sehr schöne Stadt und eine sehr schöne Kirche“, erklärte er den Zuhörern. „Ich arbeite gern im Team und möchte mich in Ihrer Gemeinde einbringen.“

Als einen seiner Schwerpunkte nannte er die Konfirmandenarbeit. Auch das Pfadfinderwesen liege ihm am Herzen – einen Stamm habe er an seinem bisherigen Dienstort aufgebaut.

Sich selbst bezeichnete der in Ofen aufgewachsene Theologe als „überzeugten Norddeutschen – und das wird auch so bleiben“. Nur sein Studium führte ihn in den Süden – unter anderem nach Marburg und Heidelberg. Nachdem er 1997 das erste Examen abgelegt hatte, folgte seine mehr als zweijährige Vikariatszeit in Jever und anschließend ein einjähriges Pfarrvikariat bei der Oldenburgischen Bibelgesellschaft. Danach trat er seine Pfarrstelle für die 5 000 Protestanten in der Gemeinde Blexen an, die er mit einem weiteren Pastor betreut.

Während dieser Phase lernte er Wildeshausen schon einmal kennen – aber nur kurz wegen eines Auswärtsspiels mit seiner Basketballmannschaft. Als weiteres Hobby nannte er das Laufen. Seine Trainingseinheiten für den Halbmarathon will der gebürtige Hannoveraner nun an die Hunte verlegen – aber die Wildeshauser müssen nicht fürchten, dass er ihnen wegläuft.

Mit Blick auf sein Rede-Tempo räumte Lars Löwensen hingegen eine Schwäche ein: „Ich weiß, dass ich manchmal zu schnell spreche.“ Dafür aber mit angenehm klarer und tiefer Stimme, die innerhalb der Chöre Hoffnungen auf einen neuen Sänger weckte: Kantor Ralf Grössler ordnete ihn schon in die Kategorie „Bariton – mit Tendenz zum Tenor“ ein.

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