Minister Bode sieht für Nachnutzung des Flugplatzes Ahlhorn eine positive Zukunft

Am magischen Dreieck

Sprachen gestern über die Nachnutzung des Flugplatzes Ahlhorn: Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley, der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Dürr, Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode sowie Bernd Goosmann und Thomas Meiswinkel von der Firma „Bunte“ (v.l.). ·

Ahlhorn - Von Jan SchmidtDie gute Nachricht vorneweg: Es gab keinerlei Ausschreitungen, als Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) gestern die Firma „Bunte“ auf dem Flugplatz in Ahlhorn besuchte. Wie Namensvetter und Kreis-Fraktionsvorsitzender Ernst-August Bode (FDP) zu Beginn des Treffens berichtete, hatte sich die Polizei im Vorfeld nach etwaigen Sicherheitsvorkehrungen für den Ministers erkundigt. Die Beamten wollten angeblich wissen, ob es Anzeichen für eine mögliche Bürgerdemonstration gegen den Minister gebe.

Während Bode bei seiner Ankunft aus dem Auto kletterte, stellte sein Landkreis-Kollege Bode mit einem Augenzwinkern fest: „Die Demonstranten sind nicht aufgetaucht.“

Gewiss war die Befürchtung eines Sicherheitsrisikos übertrieben – in der Vergangenheit hatte es dennoch große Meinungsdifferenzen bezüglich der Nachnutzung des Flugplatzes gegeben. Am Gipfel der Diskussion waren gar die politischen Beziehungen zwischen der Gemeinde Großenkneten und der Stadt Wildeshausen ins Wanken geraten. Vor allem Wildeshausens Bürgermeister Kian Shahidi hatte für die Bewohner seiner Kreisstadt einen Schlafmangel befürchtet, verursacht durch nächtlichen Fluglärm. Und da Shahidis Sorgen vermutlich nicht weniger geworden sind, nutzte die Firma „Bunte“ als Betreiber des Flugplatzes gestern einmal mehr die Gelegenheit, um mit deutlichen Worten klarzustellen: „Es wird in Zukunft keine Ausweitung der Fliegerei auf Fracht-Flugverkehr geben.“ Der 24-Stunden-Betrieb sei nur für einige wenige Landungen von Geschäftsleuten gedacht. Dem pflichteten die anwesenden FDP-Politiker aus Orts- und Kreistagsfraktion bei. Ohnehin sei dieses Thema nur aufgebauscht worden. In Großenkneten und Ahlhorn habe es von bürgerlicher Seite quasi keine Proteste gegeben, hieß es.

So widmete sich die Gesprächsrunde lieber der wirtschaftlichen Gewinnsituation, die durch die Nachnutzung des Flugplatzes für den gesamten Landkreis Oldenburg entstehen soll. Die Fliegerei sei dabei nur ein Nebenprodukt, erklärte Projektmanager Bernd Goosmann. Deutlich mehr verspreche er sich von einem möglichen Autohof auf dem Gelände. „Ziel ist in diesem Zusammenhang natürlich ein Autobahnanschluss zur A 1“, stellte Goosmann klar. Mit diesem ließen sich einerseits große Logistiker auf das Flugplatzgelände locken. Andererseits könnte dadurch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Ortschaft Ahlhorn verhindert werden.

Wegen des Autobahnanschlusses befindet sich „Bunte“ bereits in Gesprächen mit den Landkreisen Vechta und Oldenburg. „Wir brauchen für den Antrag beim Bundesverkehrsministerium möglichst viel Unterstützung von allen Seiten“, leitete Goosmann mit einem Wink zu Wirtschaftsminister Bode über. Dieser bekräftigte sogleich, dass er in dieser Sache schon mit dem Bundesverkehrsministerium in Kontakt stehe. Er habe demnach angeregt, einen Autobahnanschluss mit einer Rastmöglichkeit für Lastwagenfahrer zu verknüpfen. „Ich bin optimistisch, dass in Berlin eine vernünftige Entscheidung getroffen wird“, sagte Bode zur Freude aller Anwesenden. Der Minister hob außerdem den „hervorragenden Standort“ des Flugplatzes hervor, der sich in einer Metropolregion an der Hansalinie und in unmittelbarer Nähe zum Autobahndreieck Ahlhorner Heide befinde.

Bunte-Projektentwickler Thomas Meiswinkel konnte diese Einschätzung bestätigen. Zurzeit seien alle Gebäude auf dem Flugplatz von Firmen oder sozialen Einrichtungen gepachtet. „Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Anfragen aus der Logistikbranche“, so Meiswinkel. Platz stünde auf dem Gelände genügend zur Verfügung.

Im Anschluss an die Gespräche unternahm die Gruppe noch eine Rundfahrt über das Gelände. Mit dabei waren übrigens auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst und der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Dürr. Überraschend hatte sich auch der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley angekündigt –  wohl die Geste eines politischen Schulterschlusses zur FDP.

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