„Rollertage“ an Grundschule für Erstklässler sollen auch die Motorik fördern

RUZ macht Lust auf Bewegung

An einer Station mussten die Erstklässler abwechselnd mit dem rechten und dem linken Fuß beim Durchfahren eines Parcours mit dem Roller treten.

Harpstedt - HARPSTEDT (boh) · Bremsmanöver vollführen, auf dem Tretroller einen Ball von A nach B transportieren, abwechselnd beim Durchfahren eines Parcours mit dem rechten und dem linken Fuß treten – solche Aufgaben verlangten den vier ersten Klassen und der Basisklasse der Grundschule Harpstedt gestern und am Mittwoch einiges ab.

Zusätzlich mussten sie sich, auf einem Rollbrett liegend, mit Händen und Füßen fortbewegen. Und beim Balancieren auf Baumstämmen und Hangeln an einem Seilgerüst war motorisches Geschick gefragt. Die beiden „Rollertage“ sollten die Erstklässler eben keineswegs nur auf den „Fahrradführerschein“ vorbereiten, den sie in der vierten Jahrgangsstufe machen, sondern zugleich die Lust an der Bewegung mit Muskelkraft wecken.

„Viele Kinder können heute nicht einmal mehr rückwärts laufen. Sie fallen schlicht um“, weiß Edith Janßen, Leiterin des Regionalen Umweltbildungszentrums Hosüne. Sie war im Rahmen der Kooperation mit der Grundschule einmal mehr in Harpstedt zu Gast – wie auch Rena Kolweyh (18), deren Freiwilliges ökologisches Jahr beim RUZ noch bis Ende Juli läuft.

„Ein weiteres Ziel der „Rollertage“ ist nachhaltige Mobilität. Die Kinder sollen etwa hinterfragen lernen, ob es nötig ist, dass Erwachsene für den kurzen Weg zum Bäcker oftmals das Auto nehmen“, erläuterte Edith Janßen. Geradezu vorbildlich findet sie ein Projekt, das in Freiburg laufe: „Dort gibt es den ,Pedi-Bus‘. Der befördert die Kinder morgens nicht direkt bis vor die Schule. Die Schüler steigen stattdessen zusammen an einem Knotenpunkt aus. Den noch verbleibenden Weg, rund ein bis zwei Kilometer Strecke, legen sie gemeinsam zurück, begleitet von Lotsen mit Warnwesten.“

Bewegung und Naturerfahrung? Jungen und Mädchen ist beides im Zeitalter von PC und Spielkonsole vielfach regelrecht fremd geworden. „Wir vom RUZ merken das, wenn wir mit Kindern durch den Wald gehen und dann die ersten schnell stöhnen: ,Ich kann nicht mehr!‘ Manche mögen nicht einmal mehr Erde anfassen. Wenn sich daran etwas ändern soll, müssen auch die Eltern ein Stück weit umgepolt werden“, weiß Edith Janßen.

Die RUZ-Leiterin ist eine erklärte Befürworterin von Waldkindergärten. Die dort betreuten Jungen und Mädchen hätten für gewöhnlich sehr viel bessere motorische Fähigkeiten als andere.

Dass Motorikförderung auch im Grundschulalter Sinn macht, zeigte sich zu Beginn des zweiten Rollertags. Zuerst musste die Klasse von Lehrer Werner Ott ran. Beim abwechselnden Treten mit dem rechten und dem linken Fuß ließ der erste Sturz vom Roller nicht lange auf sich warten. Blessuren trug der betreffende Schüler aber nicht davon. Sofort stand er wieder auf dem Roller. Eine kleine Anerkennung gab‘s am Ende für das Meistern der fünf Stationen: Alle Kinder sind nun stolze Besitzer eines „Rollerführerscheins“.

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