Heizungskanäle mit Asbest ausgekleidet / Gotteshaus während der Untersuchung geschlossen 

Luft-Messungen in der Kirche

Wiltrud Stanszus, Matthias Selke, Wolfgang Jöllenbeck und Franz Duin (evangelisch-lutherische Kirche) zusammen mit Rainer Heims (v.l.) vor einem der Luftschächte der Heizung in der Alexanderkirche.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Seit gestern Nachmittag prüft das Bremer Umweltinstitut, ob sich in der Raumluft der Alexanderkirche eine erhöhte Asbestbelastung findet. Der Gemeindekirchenrat hatte sich sofort dazu entschlossen, als bekannt wurde, dass beim Bau der Heizungsanlage im Jahr 1968 die krebserregenden Fasern verarbeitet wurden.

Allerdings ist der Asbest nicht dem Luftstrom ausgesetzt. Das Material ist durch Mineralwolle gedämmt, die wiederum ebenfalls abgeschirmt ist und im Erdreich liegt. „Die Luft steht nicht in Kontakt zum Material“, betont Diplom-Ingenieur Rainer Heimsch, dessen Büro auf Kirchenheizungen spezialisiert ist und gleich hellhörig wurde, als die Baupläne von 1968 auf den Tisch kamen.

Diese wurden aus dem Archiv gekramt, weil die Gemeinde über Möglichkeiten nachdenkt, durch energetische Maßnahmen Energie und Geld zu sparen. „Wir haben uns schon früh dieser Aufgabe gewidmet“, erklärte Franz Duin, Vorsitzender des Ausschusses Alexanderkirche, gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. So seien die Pfarrhäuser mit Wärmeverbundsystemen gedämmt, auch an der Grünen Straße habe man in den gemeindeeigenen Häusern die Heizungen ökologisch auf den neusten Stand gebracht.

In der Kirche selbst sind energetische Sanierungen extrem aufwändig. Deshalb wurde überlegt, ob es möglich wäre, den Raum im Südquerhaus abzutrennen und dort separat zu heizen. Zuschüsse könnte es dafür aus dem Öko-Fonds der Synode geben.

„Am 20. Januar haben wir zusammengesessen und festgestellt, dass die Abtrennung sehr schwierig wird“, so Duin. Als dann die vorher unbekannten Baupläne von der Heizung auf den Tisch gekommen seien, hätte das Gremium sofort beschlossen, erst einmal nicht energetisch zu sanieren, sondern zu prüfen, ob durch das Asbest Gefahr droht. Die Kirchengremien seien informiert und das Bremer Umweltinstitut beauftragt worden. Die Ergebnisse sollen am Freitag bekanntgegeben werden. Bis dahin ist das Gotteshaus geschlossen. „Aus vergleichbaren Untersuchungen wissen wir aber, dass Belastungen kaum anzunehmen sind“, erklärte Heimsch. Er lobte die Kirchengemeinde, dass so konsequent gehandelt wurde.

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, so Franz Duin. Sollten jetzt keine Belastungen festgestellt werden, werde die Gemeinde in jedem Fall im Rahmen einer Heizungssanierung versuchen, den Asbest zu entfernen. Die ganze Anlage sei schon sehr betagt.

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