Überfall auf Rentnerpaar: Prozessstart

Letzter von fünf Tätern vor Gericht

Doetlingen - BUSCH/OLDENBURG (wz) · Im Prozess um eines der wohl abscheulichsten Verbrechen der vergangenen Jahrzehnte steht nun der letzte von insgesamt fünf Tätern vor Gericht. Seit gestern muss sich der 36-jährige Angeklagte aus Rumänien wegen Raubes mit Todesfolge vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Er hatte am 5. April 1993 zusammen mit vier Landsleuten ein Rentnerehepaar in dessen Haus im Dötlinger Ortsteil Busch überfallen.

Der Fall ging damals vor allem wegen der Brutalität, mit der die Täter vorgingen, durch die Presse und erschütterte bundesweit. Die betagten Eheleute waren während des Überfalls schwer misshandelt, die 75-jährige Ehefrau im Beisein ihres drei Jahre älteren und zu dem Zeitpunkt schon schwer verletzten Ehemannes von mehreren Tätern vergewaltigt worden. Drei Monate nach der Tat war die Frau an den Folgen der massiven Schläge und Gewalteinwirkungen gestorben, ihr Ehemann verstarb einige Jahre später. Erbeutet hatten die Täter damals 400 Mark und 20 Schmuckstücke.

Vier der insgesamt fünf Täter wurden bereits während früherer Prozesse zu Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren verurteilt. Der Tod der beiden Opfer war allerdings nicht allen Tätern zugerechnet worden, so dass einige von ihnen nur wegen Vergewaltigung und Raubes schuldig gesprochen wurden. Weil er zur Tatzeit 19 Jahre alt war und damit noch als Heranwachsender einzustufen ist, wird der jetzige Angeklagte in den Genuss des milderen Jugendrechts kommen. Nachdem ihm gestern eine mögliche Gefängnisstrafe von vier bis fünf Jahren in Aussicht gestellt worden war, legte er ein Geständnis ab. Eine Beteiligung an der Vergewaltigung der 75-Jährigen bestritt er allerdings. Das hätte ja seine Mutter sein können, meinte er.

Durch den Angeklagten waren die Ermittlungen im Jahr 1993 ins Rollen gekommen: Eine am Tatort gesicherte Fingerabdruckspur hatte dem Beschuldigten zugeordnet werden können. Bereits im September 1993 war gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden. Nachdem er nach intensiven Ermittlungen in Rumänien aufgespürt wurde und dort 1997 während einer Vernehmung durch Beamte des Landeskriminalamts und der Kripo Wildeshausen gestanden und die Mittäter benannt hatte, musste er auf freien Fuß gesetzt werden, weil ein Auslieferungsabkommen Deutschlands mit Rumänien nicht existierte. Zufällig geriet er aber 2009 in London in eine Polizeikontrolle und wurde vor etwa zwei Monaten nach Deutschland ausgeliefert (wir berichteten). Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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