Wallschule startet „Schule im Fluss“

Lernen jetzt in und mit der Natur

Bringen ein ehrgeiziges Projekt auf den Weg: Roswitha Remmert (links) und Dr. Gabriele Diersen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Sie kennen sich von der Uni Vechta – Roswitha Remmert, Leiterin der Wallschule, und Dr. Gabriele Diersen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni. Gemeinsam bringen sie jetzt ein großes Modellprojekt zum Regionalen Lernen an der Wildeshauser Grundschule auf den Weg – „Schule im Fluss“. Unterstützt wird das ehrgeizige Projekt, das im April beginnt, von der Niedersächsischen Bingostiftung.

Zusammengefasst ist es ganzheitliches Lernen, das für einen Gleichklang zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem sorgen soll. In erster Linie wird dabei über ein methodisch-didaktisches Konzept zum Thema „Lernen im Nahraum der Schule am Fluss“, das vom Kollegium erarbeitet wird, die Wahrnehmung des natürlichen Umfelds geschärft und der Umgang mit naturnahen Flächen erlernt. Projektpartner sind der Förderverein „RUBA“, Regionale Umweltbildung Agrarwirtschaft, sowie die Abteilung „Lernen im ländlichen Raum und Umweltbildung“ der Universität Vechta.

Dabei bezieht sich die Bezeichnung „Schule im Fluss“ nicht nur darauf, dass die Wallschule in direkter Nähe zur Hunte liegt, sondern vielmehr darauf, dass es fließende Übergänge zwischen „trockenem Unterrichtsstoff“ und der Natur gibt. „Warum soll zum Beispiel unsere Umwelt, das direkte Umfeld, nicht für den Mathematikunterricht genutzt werden ?“, fragt Roswitha Remmert: „Es ist doch interessanter, vor Ort Flächen oder Saatmengen für Pflanzen zu berechnen, als im Klassenzimmer die Aufgaben aus den Büchern zu lösen.“

„Nach dem Motto ,Think global – act local !‘ soll die direkte Schulumgebung ein Raum werden, den die Schulgemeinschaft aktiv gestaltet und als Ausgangspunkt für fächerübergreifendes, handlungsorientiertes Lernen nutzt“, fügt Dr. Gabriele Diersen an. Der schulische Nahraum der Wallschule sei facettenreich und biete sich daher für ganzheitliches naturnahes Lernen bestens an: „Jede Klasse verfügt über einen eigenen Klassengarten, ein Schulteich ist bereits angelegt, und die Hunte fließt in unmittelbarer Nachbarschaft. Zudem grenzt eine Wiese an das Schulgelände. All das sind beste Voraussetzungen für dieses Projekt.“

Nach Aussage der Schulleiterin sei es sehr wichtig und vor allem an der Zeit, die Kinder wieder mehr für die Umwelt zu sensibilisieren: „Immer weniger Kinder wissen heute noch, wie es ist, barfuß durch die Natur oder einen Fluss zu laufen oder in Matsche zu spielen. All das ist verloren gegangen.“ Schon heute nutzten die Klassen den Garten für den Unterricht, was sich als sehr sinnvoll erwiesen habe: „Ein weiterer Antrieb für unser Projekt war die Tatsache, dass wir erst kürzlich als Umweltschule ausgezeichnet wurden.“

Es soll viel passieren auf dem Schulegelände. Darüber sind sich Roswitha Remmert und Dr. Gabriele Diersen einig: „Spielerisch werden die Mädchen und Jungen ihre Beiträge leisten, unser Gelände so zu erhalten, wie es ist. Sie müssen lernen und erkennen, dass wir nicht nur nehmen können, sondern auch geben müssen.“ Alle Teile des Projektes würden so angelegt, dass sie das Interesse der Kinder auf sich lenkten. „Die Natur bietet uns soviel – vom Gesang der Vögel bis hin zur wechselnden Vegetation. Leider haben es viele Kinder aber verlernt, all das aufzunehmen und zu genießen. Aus diesem Grund werden wir all das in den Unterricht, vor allem in den Sachunterricht, einbinden“, sagt Roswitha Remmert. Die Kinder müssten eben unbedingt näher an die Natur geführt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mit Web-Apps unabhängiger arbeiten

Mit Web-Apps unabhängiger arbeiten

Stille und Adventszauber in Klagenfurt am Wörthersee

Stille und Adventszauber in Klagenfurt am Wörthersee

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Flughafen Bremen: Die Ziele im Winterflugplan 2019/2020

Meistgelesene Artikel

Fibromyalgie: Keine „Simulantenkrankheit“

Fibromyalgie: Keine „Simulantenkrankheit“

14. „Tanzrausch“ im Koems-Saal steht an

14. „Tanzrausch“ im Koems-Saal steht an

„Seepferdchen für alle“

„Seepferdchen für alle“

„Maueröffnung war nicht beabsichtigt“

„Maueröffnung war nicht beabsichtigt“

Kommentare