Überarbeitung der Medienkonzepte an den Grundschulen / Infos zu Whiteboards, Tablets & Co.

Lernen im digitalen Zeitalter

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In manchen Schulen gehören Tablets bereits zum Unterricht dazu. ·

Doetlingen - Von Tanja Schneider. Interaktive Whiteboards ersetzen die alten grünen Tafeln in den Klassenräumen, Kinder wischen über Tablets, statt in ihr Rechenheft zu schreiben, und kranke Schüler rufen sich die Aufgaben zu Hause online ab – so könnte der Schul-Unterricht der Zukunft aussehen.

Einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten erhalten momentan die Grundschulen in Dötlingen und Neerstedt, die ihre Medienkonzepte überarbeiten lassen.

„Es ist schon beeindruckend, was heutzutage alles machbar ist“, schwärmt Dötlingens Schulleiterin Melanie Kahnt-Bock nach ersten Einführungen durch den pädagogischen Medienberater im Landkreis, Eyk Franz. Dieser ist zudem Lehrer an der Waldschule Hatten, wo mobiles Lernen bereits an der Tagesordnung ist. Seit 2012 gibt es dort sogar iPad-Klassen.

In den Schulen der Gemeinde Dötlingen ist dies noch Zukunftsmusik. Gleichwohl nehmen auch dort die neuen Medien einen immer breiteren Raum ein. Bereits 2009 war mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II aufgerüstet worden. In Dötlingen konnten sich die Schüler über moderne Multimedia-Computer samt Internetanschluss in den Klassenräumen freuen. Zudem erhielten beide Schulen mobile Laptop-Beamer-Kombinationen. Auch die jeweiligen Computerräume sind beliebte Anlaufpunkte.

Berührungsängste haben die Kinder nicht – im Gegenteil. Schließlich wachsen sie mit den neuen Medien auf, haben Begriffe wie „Surfen“ und „Chatten“ längst verinnerlicht. Dies bedeutet aber nicht, dass sie an den Schul-PCs tun und lassen können, was sie wollen. Dort geht es um das unterrichtsorientierte Arbeiten. „Ganz neu haben wir jetzt die Lernwerkstatt eingerichtet, in der Inhalte, zum Beispiel aus dem Deutsch-Unterricht, vertieft werden können“, berichtet Kahnt-Bock. Hierfür wird die umfangreiche Auswahl an entsprechenden Online-Programmen und CD-Roms genutzt. Schon länger gibt es hingegen die Computer-AGs für die Dritt- und Viertlässler, in denen auch ein PC-Führerschein absolviert wird. Die Schulen vermitteln den Kindern zudem einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet. „Die Aufklärung über mögliche Gefahren, beispielsweise in sozialen Netzwerken, ist fester Bestandteil“, sagt Kahnt-Bock. Unterstützung bei der Präventionsarbeit gibt es unter anderem von der Medientrainerin Gudrun Löhlein im Auftrag der Gemeinde und der Polizeipuppenbühne, die dieses Thema während ihrer Auftritte aufgreift.

Die Einrichtungen sind aber auch selbst aktiv. So informiert die Neerstedter Grundschule auf ihrer Homepage nicht nur über die pädagogischen Zielvorstellungen im Rahmen der Nutzung der neuen Medien im Unterricht, sondern ebenso über die Regeln. Dass im Internet keine persönlichen Daten weitergegeben werden, niemand beleidigt wird und die Kinder Eltern oder Lehrer informieren, wenn sie etwas Merkwürdiges im Netz entdecken, ist in dem bisherigen Medienkonzept fest verankert.

Während die Überarbeitung der Leitlinien in Neerstedt erst noch anläuft, ist sie in Dötlingen bereits in vollem Gang. „Nächsten Monat geht es weiter, und wir hoffen, dass das Konzept noch vor den Osterferien steht“, so Kahnt-Bock. Gemeinsam mit Franz sollen Möglichkeiten ausgelotet werden. „Dabei möchten wir unter anderem schauen, wie Computer, Programme und interaktive Lernplattformen in den einzelnen Jahrgängen sinnvoll in den Unterricht einbezogen werden können“, berichtet die Schulleiterin. Zwar stünden die neuen Medien im Fokus, aber auch Bewährtes wie Bücher sind Thema.

Das neue Medienkonzept soll Ansätze für die Entwicklung des schulischen Lernens liefern. Dies bedeutet nicht, dass sofort iPad-Klassen in Dötlingen und Neerstedt eingerichtet werden. „Das wäre natürlich schön. Wir müssen aber sehen, was mit den jetzigen Mitteln zu leisten ist, und ob die Gemeinde eventuell Gelder im Haushalt bereitstellt“, drückt Kahnt-Bock auf die Euphorie-Bremse.

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