„Das sensationelle Konzert-Duo“ überrascht rund 80 Musikliebhaber auf der „Marktkieker“-Terrasse in Harpstedt

Leichtfüßiges zwischen Bach und Bowie

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Voller Überraschungsmomente steckte die Gitarrenmusik von Fritz Knipper und Gunnar Greszik. ·

Harpstedt - Von Angelika KratzAuf eine spannende Reise durch eine blühende Musiklandschaft begaben sich am Samstagabend rund 80 gut gelaunte Gäste in Harpstedt: Die „Marktkieker“-Terrasse schien dank virtuoser Hände der Konzertgitarristen Fritz Knipper und Gunnar Greszik zu einem zwischen Bach und Bowie leichtfüßig schwebenden fliegenden Teppich zu werden.

Udo Rösner und Birgit Blocksdorff vom Kunst- und Kulturverein (KuK) freuten sich sichtlich über den gelungenen Versuch, der Reihe „Gitarre total“ mit dem „Sensationellen Konzert-Duo“ aus Oldenburg und Dünsen neues Leben einhauchen zu können.

„Moin alle umzu und auch aus Oldenburg“, begüßten Gunnar Greszik und Fritz Knipper ihre Fangemeinde ganz locker, die sich bereits vorab mit Rebensaft, Gerstenkaltschale oder anderen Getränken versorgt hatte. Wer keinen Sitzplatz mehr bekam, hielt sich an Stehtischen fest und dank des offenen Dachs über der Terrasse durften sogar die Raucher blauen Dunst verbreiten. Die Sonne schien als weitere perfekte Zutat eines entspannten Abends vom Himmel. Was wollte man mehr? Fehlte bloß noch gute Musik. Und daran sollte es nicht mangeln. Das Duo zog die Zuhörer von den ersten Gitarrensounds an in seinen Bann. „Was war das eigentlich, was wir gehört haben?“, mag sich so mancher gefragt haben. Programmzettel gab es nicht. Also musste das Ohr ganz unbeeinflusst auf Entdeckungsreise gehen. Da mündeten irgendwoher bekannte Töne in überraschende, wunderschöne Melodienbögen. Fritz Knipper begann; Gunnar Greszik fing das Thema auf und ließ daraus atemberaubende Improvisationen erwachsen. Letzterer habe schon nach Aussage seiner Mama als Kind nicht vernünftig mit Legosteinen spielen können, erfuhr das amüsierte Publikum. Die Zuhörer genossen sodann eine eigenwillige Version von Louis Armstrongs „What a wonderful world“ mit eigenem gesanglichen Markenzeichen, die so gar keinen Respekt vor großen Größen erkennen ließ. „Ich singe das nur, weil ich jetzt dafür Geld bekomme“, sagte Greszik amüsiert. Dem Publikum gefiel die Nummer, und sogar der jüngste Gast, eine erst wenige Monate alte junge Dame, klatschte auf dem Arm ihres Papas begeistert im Takt mit.

„Möchten Sie etwas zum Stück hören?“, fragte Fritz Knipper, der ehemalige Musikdozent von Gunnar Greszik an der Uni Oldenburg. Das Publikum beantwortete das mit einem vehementen „Ja“. Es musste allerdings warten, denn erst nach den jeweiligen Blöcken erwachte das Duo aus seinem Traum verinnerlichter Musikgeschichte, um sich Zeit für Erläuterungen zu nehmen.

Die vorgestellten und überraschend arrangierten Titel klangen weder nur nach Klassik, noch nur nach Pop oder Jazz. Die Stile verschmolzen. Ohne Erbarmen mussten auch Bachs Klavierstudien für seine Kinder daran glauben – gut hörte sich an, was das „Sensationelle Konzert-Duo“ daraus machte. Quer über den Marktplatz wehte die Musik bis in den späten Abend hinein und erfreute so auch einige „Zaungäste“.

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