„Erlebwas-Messe“ läuft bis Montag

Lehrreich, lecker und ländlich-gut

Staatssekretär Gerd Lindemann aus Berlin (2.v.r.) sprach zum „Bauernfrühstück“. Fotos:ck

Wüsting - (ck) n Seit gestern präsentiert sich das Schaufenster des stärksten Wirtschaftszweigs der Weser-Ems-Region wieder bestens präpariert und herausgeputzt: Hunderte Betriebe aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor, aber auch mindestens ebenso viele andere Aussteller – vom Bank- bis zum Bau- gewerbe und von der Tourismus- bis zur Freizeitbranche – ergeben den stimmigen Mix aus 550 Ständen der „LandTageNord“, die noch bis Montag rund 65 000 Besucher in den Ort Wüsting auf Huder Gebiet locken sollen.

Gastgeber Helmut Urban und seine Mitarbeiter der eigens gegründeten Tochtergesellschaft zur jährlichen Ausgestaltung dieser „Erlebwas-Messe“ hatten wieder nichts dem Zufall überlassen. Nur das Wetter kann selbst ein so findiger Landwirt wie Urban nicht beeinflussen – und so wünschte er sich gestern während der offiziellen Eröffnung im Festzelt am Rand des Tierschaurings nur eins: „Ich hoffe, dass wir endlich mal gutes Wetter für diese vier Tage haben – denn das gab's in den ersten fünf Jahren der ,LandTage‘ noch nie.“

Gleichzeitig schrieb er den Politikern aus Berlin und Hannover einen flammenden Appell ins Stammbuch, den ländlich geprägten Mittelstand nicht zu vergessen: „Es ist sehr wichtig, dass die Politik begreift, dass die Landwirtschaft und alle dazu gehörenden Bereiche ein gewichtiges Sprachrohr bilden.“ Wenn etwa bei den Amazone-Werken in Hude 70 Prozent Auftrags-Rückgänge zu verzeichnen seien, drohe auch dort Kurzarbeit – ebenso wie auf seinem eigenen Hof. „Nicht nur große Werke wie Opel müssen also unterstützt werden“, forderte er unter Applaus der geladenen Gäste.

Das nimmt FDP-Landtagsabgeordneter Christian Dürr sicherlich ebenso mit wie die liberale Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst und Gerd Lindemann als 1. Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium. Er trat nach der Begrüßung durch Hudes Bürgermeister Axel Jahnz („Es ist immer wieder ein wunderbares Gefühl, diese schöne Messe zu erleben“) als Festredner vors Mikrofon. Gleich zu Beginn unterstrich Lindemann: „Ich gehöre sicher nicht zu denjenigen, die eine Krise mit herbei reden.“ Vor allem, weil die Landwirtschaft aus den bisherigen Entwicklungen der weltweiten ökonomischen Turbulenzen noch „relativ gut davon gekommen“ sei. Aber auch er zeigte sich besorgt angesichts der stark eingebrochenen Erzeugerpreise für Getreide, Raps – und Milch.

Dabei zeigte sich Lindemann selbstkritisch: „Wir alle waren einmal stolz darauf, einen Milchpreis von 40 Cent pro Kilogramm Milch erreicht zu haben – hatten aber nicht damit gerechnet, dass auch dadurch die Nachfrage von Verbraucherseite zurückgeht.“

Für die meisten der bundesweit etwa 100 000 Milchbauern sei die derzeitige Lage existenzbedrohend. Aber auch die Schweinemäster und Kartoffelbauern hätten schon Rückschläge eingesteckt. Deshalb forderte der Staatssekretär die Entwicklung neuer Hilfsinstrumente – und nahm sein Ministerium da nicht aus: „Ein Instrument der Unterstützung kann die Mehrfach-Versicherung sein – auch zur Abwendung der Folgen durch Naturkatastrophen.“

Als weitere Beispiele nannte er die auch für die Landwirtschaft unmittelbaren positiven Folgen der Konjunkturprogramme und zinslose Darlehen.

Noch mehr Varianten im Kreditgeschäft bieten natürlich die Geldinstitute selbst – und die stehen seit gestern allesamt in den Gewerbezelten zur Verfügung. „Auf dieser Schau gibt es für alle Verbraucher Informationen aus erster Hand – von Banken, Versicherungen, dem Handel und der Landwirtschaft“, unterstrich Urban.

Davon überzeugten sich die Besucher schon kurz nach Eröffnung: Die stärksten Traktoren und andere neueste Landmaschinen, schicke Neuwagen, Einrichtungstipps für Haus und Garten, aktuelle Produkte aus dem Sektor der erneuerbaren Energien, Leckeres und Lesbares erwartet die Gäste täglich von 10 bis 18 Uhr. Unterdessen zieht die Kinder ein eigener kleiner Freizeitpark an – mit Strohburg, Sandhügeln, Streichelzoo und vielem weiteren mehr

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