Beckelner Rat pflegt plattdeutsche Sprache

„Leeve Lüe, nu geiht dat los“

Harpstedt - BECKELN/KLEIN KÖHREN · „So, leeve Lüe, nu geiht dat los.“ Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Heinz Nienaber am Montagabend eine Sitzung des Beckelner Rates im Dorfgemeinschaftshaus Klein Köhren ein, in der die Ratsmitglieder von Anfang bis Ende ausschließlich plattdeutsch sprachen. Kurzerhand ernannte er Cord Remke zum Dolmetscher. Der bekam als Übersetzer für den Bedarfsfall allerdings nichts zu tun.

Die rund zehn Zuhörer konnten dem Verlauf problemlos folgen. An unfreiwillig komischen Momenten mangelte es nicht. Schon die Feststellung der Beschlussfähigkeit klang ungewohnt volkstümlich. „Wi sünd alle dor“, vermeldete Heinz Nienaber Vollzähligkeit. Die plattdeutsche Sitzung war nicht zuletzt als „Veranstaltung“ im Rahmen des Jubiläums „Cornethes“ (Köhrens) zu sehen. „De Bierot vonne 800-Jahr-Fier hett dat beschloten“, erläuterte Nienaber.

Einstimmig entschied indes der Rat, der Straße im Baugebiet „Drohnfeld“ den Namen „Im Felde“ zu geben. Nach über zwei Jahren war dort unlängst das erste Grundstück verkauft worden. Die Baustraße sei fast fertig, erläuterte Nienaber. Die Versorgungsleitungen lägen in der Erde. Bauherr Nico Gerke habe um die Benennung der Straße gebeten. Der von seiner Frau angeregte Name „Im Felde“ passe, urteilte Edelhard Deepe. Günter Wöbse stimmte zu, schlug aber im Scherz „Heinz-Nienaber-Straße“ als Option vor. Nicht ohne Grund: Der langjährige Bürgermeister verabschiedet sich nach Ablauf der Wahlperiode im Herbst aus der kommunalpolitischen Arbeit und zieht sich ins Private zurück. Wöbse dachte bereits weiter in die Zukunft. Im Baugebiet werde doch wohl irgendwann eine zweite Stichstraße geschaffen, und die könne dann ja „Heini-Oestermann-Straße“ heißen, spielte er augenzwinkernd auf den Altbürgermeister an.

Ebenfalls einstimmig beschloss der Rat, 150 Exemplare der Köhren-Chronik nachdrucken zu lassen. Das Buch hat sich als lokaler Bestseller entpuppt. Die erste Auflage, die 300 Chroniken umfasste, ist verkauft. Und es gibt immer noch eine erhebliche Nachfrage. Es wäre schade, wenn Interessierte, die das Buch haben wollen, es nicht mehr bekämen, urteilte Cord Remke. Er hielt den Nachdruck für geboten, auch wenn dies mit Kosten für die Gemeinde verbunden sei. Der Ratsherr erntete keinen Widerspruch. Die 300-seitige Chronik war zum Stückpreis von nur 20 Euro im Handel angeboten worden – deutlich unter Wert. Die Gemeinde hatte den niedrigen Preis durch Sponsoring möglich gemacht, konnte aber selbst auf private Sponsoren zurückgreifen und erhielt überdies auch Geldpräsente zur 800-Jahr-Feier.

Biogasanlage ist

genehmigt

Offiziell musste der Rat aufgrund einer neuen Rechtslage, die der Korruptionsvorbeugung dient, darüber beschließen, dass die Kommune folgende Spenden für das Jubiläum und/oder die Chronik annimmt: je 200 Euro von den Firmen De-tring, LVM Versicherungen Oestermann, VGH Versicherungen Kastens sowie vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV), 400 Euro von der Samtgemeinde Harpstedt und ihren Mitgliedskommunen sowie je 100 Euro von der Düngemittelfirma Beckmann und Heinz Behrens aus Wohlde. Der Bürgermeister erwähnte ferner einen früheren Beschluss: Damit hatte der Rat die Annahme von Spenden der Volksbank (500 Euro) und der Landessparkasse zu Oldenburg (250 Euro) gebilligt. Allen Unterstützern sagte Nienaber ein herzliches Dankeschön.

In seinem Bericht zu Beginn der Sitzung kam er auf die privilegierte Biogasanlage mit 500 kW elektrischer Leistung zu sprechen, die Jürgen Evers (Groß Köhren) und Hergen Bahrs (Beckeln) beim Hof Evers an der L 341 errichten wollen. Als Betreiberin wird die Bioenergie Evers Bahrs (BEVBA) GmbH & Co. KG fungieren. Die Genehmigung ist erteilt. Erdarbeiten seien bereits im Gange, vermeldete der Bürgermeister. · boh

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