Info-Abend zum Thema Biogas findet großes Interesse

Laufen Rüben Mais den Rang ab?

Der HEA-Vorsitzende Cord Remke begrüßte Dr. Gerd Höher (r.) als Referenten.

Harpstedt - Von Martin Siemer· Wie sehr der Biogasboom die Samtgemeinde-Einwohner interessiert, zeigte sich am Dienstag während eines Info-Abends der Harpstedter Energie-Agentur (HEA) und der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) im Gasthaus „Charisma“. Trotz des DFB-Pokal-Krimis zwischen Bayern und Werder kamen mehr als 100 Zuhörer.

„Das Thema ist oftmals sehr emotional besetzt, wobei die Fakten manchmal außer Acht gelassen werden“, sagte der Referent des Abends aus dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Höher. Er befasst sich seit zehn Jahren mit der Energiegewinnung aus Biomasse und schickt sich an, die Diskussion darüber anhand von belegbaren Zahlen zu versachlichen. Gleichwohl verhehlte er nicht, dass Niedersachsen ein „Hotspot“ sei, ein Ballungszentrum in Europa, aus dem 25 Prozent des gesamten in der EU produzierten Biogases stammen. Derzeit gebe es landesweit 875 produzierende (zu 80 Prozent landwirtschaftliche) Anlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von insgesamt 460 Megawatt. „Das entspricht in etwa der Leistung eines kleinen Atomkraftwerks“, verdeutlichte Höher. Die Anlagendichte sei in Niedersachsen doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Um die Gärbehälter zu füttern, müssen bekanntlich Energiepflanzen wie Mais oder Zuckerrüben angebaut werden. Der Anteil der dafür nötigten Flächen an der Gesamtanbaufläche liegt im Bundesschnitt bei 15,7, im Agrarland Niedersachsen indes „nur“ bei 12,6 Prozent. Die riesigen „Maisplantagen“ könnten sich nach Auffassung Höhers schon bald lichten. „Ich rechne damit, dass in einigen Jahren auf 30 Prozent der Maisflächen Zuckerrüben angebaut sind.“ Zurzeit seien die Saatgutfirmen damit befasst, spezielle Energierüben zu züchten.

Auch wenn die Flächen für die Energiepflanzen seit 2004 stark zugenommen hätten, habe der Anbau von Futter- und Lebensmittelgetreide darunter nur wenig gelitten. „Der Großteil der Felder, auf denen jetzt Energiepflanzen angebaut werden, waren zuvor ungenutzte Brachflächen“, erläuterte der Fachmann. Höher brachte auch einige Fakten zur Biogasproduktion in der Samtgemeinde Harpstedt zur Sprache. Die HEA und die LEB wollen im Winterhalbjahr weitere Informationsveranstaltungen zur Energie aus Biomasse und anderen regenerativen Ressourcen folgen lassen.

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