Pferde- und Viehmarkt mit Händler Hellmann aus Großenkneten, Comedian Alfons und „Münte“

Ein Lastentier kann viel ertragen

Ulknudel Alfons befragte mit Puschel-Mikrofon Marktbesucher und -beschicker. Sehr zur Freude der Schaulustigen. 

Oldenburg - Von Cord KrügerGROSSENKNETEN/VECHTA · Er hätte viele Gesprächspartner vor sein Puschel-Mikrofon zerren können. Aber Alfons, der Reporter mit dem französischen Akzent und der orangefarbenen Trainingsjacke, musste gestern Morgen ja ausgerechnet zwei der ausgebufftesten Viehhändler des Vechtaer Pferdemarkts interviewen: Ewald Hellmann aus Sage und Rainer Rottinghaus aus Lohne. Die erwiesen sich am Bierwagen dem Komiker gegenüber ganz schön schlagfertig. Zu diesem Zeitpunkt gegen 8 Uhr war's für beide schon spät am Tag. Hellmann zum Beispiel hatte mit seinem Sohn Thomas sowie einigen Kaltblütern, Hannoveranern und Oldenburgern schon um kurz nach 4 Uhr die Westerheide erreicht, um sich den besten Standplatz zu sichern.

In der Kasse machte sich diese „Pole Position“ zunächst nicht bemerkbar. „Das einzige, was hier momentan läuft, ist das Bier“, berichtete Hellmann, während er sich seine nächste Zigarre anzündete. „Es kostet eben alles mehr – das Futter wird teurer, es gibt immer weniger Heu – und deshalb sind auch die Preise für Pferde im Keller – sogar für Schlachtpferde.“

Dann könnten sie ja eigentlich hier in Vechta ein Schnäppchen machen, oder? Rottinghaus winkt ab. „Von den meisten würde ich die Finger lassen.“ Immerhin schätzte der Lohner, dass diesmal 30 Großpferde mehr als noch im vergangenen Jahr aufgetrieben wurden. Und so genießen beide erstmal eine Pause am Bierwagen, sehen sich die Anbieter an, die umworbene Tiere in den Gassen auf- und abführen, sie reitend präsentieren und den Handschlag zelebrieren – denn mit dem besiegeln die Händler hier noch das Geschäft. Doch das Klatschen sahen die mehreren tausend Besucher gestern selten. Und gehört hätten sie es zwischen Eselgeschrei, Drehorgelmusik und der guten Stimmung von Firmen-Belegschaften, Fußballteams und Freundeskreisen, die den Stoppelmarkt-Montag traditionell für einen feucht-fröhlichen Ausflug nutzen, sowieso nicht.

Deshalb musste wohl auch der prominenteste Schaulustige des Pferde- und Viehmarkts ganz nah an einen Esel herantreten, um ihm seinen neuen Namen ins Ohr zu flüstern: Ex-SPD-Bundesvorsitzender und Vizekanzler Franz Müntefering taufte den Vierbeiner auf den Namen „Münte“. Aber ein Lastentier kann viel ertragen…

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