Mehr als 500 Aussteller zu den siebten „LandTagenNord“ vom 20. bis 23. August erwartet

Lanze für Landwirtschaft brechen

„Das sind keine Regen-, sondern Sonnenschirme“, betonen die Initiatoren der „LandTage“, Ute Thümler (2.v.l.) und Helmut Urban (3.v.l.). Dass es nicht regnet, darauf hoffen auch Harald Lesch (l.) und Kristina Holze (Volks- und Raiffeisenbanken), Henrike Renken („LandTage“), Henning Müller, Helmut Bäurle (beide „NieKE“), Holger Kreye („LandTage“) und Torsten Wüstenberg (EWE, von rechts).

Oldenburg - WÜSTING (cs) · „Wir wollen Praxis, Ernährungsindustrie und Verbraucher zusammenführen.“ Das sei das vorrangige Ziel der Messe „LandTageNord“, sagt Initiator Helmut Urban. Die große Schau hat sich in den vergangenen Jahren fest in der Region etabliert. Urban rechnet damit, dass vom Freitag, 20., bis Montag, 23. August, etwa 70 000 Besucher nach Wüsting strömen werden. Zahlen seien aber nicht das Wichtigste.

Natürlich, so Urban, könne man das 130 000 Quadratmeter große Gelände noch erweitern, Riesenrad und Kettenkarusell aufbauen. „Aber wir wollen keine Kirmes machen, sondern eine qualitative Fach- und Familienmesse für Landwirtschaft und Verbraucher.“

Denn das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit ist nicht das beste, weiß Urban – und nicht zuletzt geprägt durch TV-Shows wie „Bauer sucht Frau“, fügt Messe-Organisatorin Ute Thümler hinzu. „Der Landwirt soll während der ‚LandTage‘ die Möglichkeit haben, sich zu präsentieren und in eine Diskussion mit den Verbrauchern zu kommen“, so Urban, der selber gelernter Landwirt ist. Passend dazu sei auch der Festvortrag, den Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, während des Bauernfrühstücks zur Eröffnung der Messe am Freitag um 10.30 Uhr halten wird: „Unsere Landwirtschaft in einer immer urbaneren Gesellschaft.“

Dass die Messe das Ziel erreichen kann, eine Lanze für die Landwirtschaft zu brechen, glaubt Henning Müller von der Landesinitiative Ernährungswirtschaft „NieKE“: „Das ist die ideale Plattform, um mit Menschen, die nicht direkt mit der Landwirtschaft in Kontakt stehen, ins Gespräch zu kommen. Das ist eine Imagemaßnahme, um der Entfremdung etwas entgegen zu stellen.“ Dass die Besucher wieder nach Wüsting strömen werden, davon geht auch Harald Lesch, Geschäftsführer der Volks- und Raiffeisenbanken Weser-Ems (Sponsor der Messe), aus: „Die ‚LandTage‘ haben ihre Position im Messegeschehen in ganz Norddeutschland gefunden.“ Helmut Bäurle von „NieKE“ hofft, dass besonders junge Menschen nach Wüsting kommen. An seinem Stand geht es Aus- und Weiterbildung in der Landwirtschaft. „Es ist schwierig, in der Agrar- und Ernährungswirtschaft alle Stellen zu besetzen. Man kann nicht genug dafür tun, um den Beruf attraktiv zu machen und das Image der Branche aufzuwerten.“

Jede Menge dafür machen die ‚LandTage‘: In diesem Jahr werden mehr als 500 Aussteller erwartet – das Interesse reicht aber noch weiter. „Wir haben noch etwa 30 Aussteller auf der Warteliste und könnten das Gelände noch vergrößern“, so Holger Kreyer vom „LandTage“-Team. Tier- und Maschinenvorführungen, Infos rund um Bau, Haushalt, Garten, Auto (der EWE-E3-Elektrowagen wird präsentiert)und die ständig wachsende Branche der erneuerbaren Energien bieten ein abwechslungsreiches Programm rund um das Landleben. Informieren können sich die Besucher auch bei Niedersachsens größter Biogasanlage auf dem Gelände. Die EWE (ebenfalls Messe-Sponsor) bietet auch Führungen an der Biogasaufbereitungsanlage an. Ein großer Spielplatz, Streichelzoo und verschiedene Aktionen sorgen für Unterhaltung bei den Kindern. Neu ist eine Gebrauchtmaschinen-Auktion. Besichtigen können diese Interessierte an allen vier Tagen, versteigert werden sie am Montagnachmittag in der neu errichteten Halle am Gelände durch Dieter Brockhoff.

Der Halle musste der Kuhstall weichen – so gibt es in diesem Jahr nicht mehr die Möglichkeit, über die feuchten Mäuler der Wiederkäuer zu streichen. „Wir haben versucht, die Kühe zu halten“, so Urban. „Das war aber nicht möglich. Das Tier hat Anspruch auf eine Pflege, das konnten wir nicht gewährleisten. Wir sind vom Vieh- zum Energiewirt geworden“, erklärt der Unternehmer  – und etwas Melancholie schwingt in seiner Stimme mit. „Manchmal fehlt mir die Landwirtschaft ein bisschen. Landwirt ist ein interessanter, anspruchsvoller, wunderschöner Beruf – der schönste überhaupt.“

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