Oberbürgermeister zieht erste Bilanz

De La Lanne: Eigenlob zur Halbzeit

Oldenburg - DELMENHORST (dn) · In Berlin wird in diesen Tagen heftig diskutiert. Die schwarz-gelbe Bundesregierung wird ein Jahr alt und tut sich sogar selbst schwer, die eigene Bilanz schönzureden. Patrick de La Lanne tat gestern das gleiche im Kleinen und schaute auf die erste Hälfte seiner Amtszeit als Delmenhorster Oberbürgermeister zurück. Und der Sozialdemokrat tat sich mit dem Eigenlob nicht ganz so schwer wie seine Kollegen.

„Fast überall geht es voran“, sagt de La Lanne und nennt als Beispiel das Thema Sicherheit und Sauberkeit: „Delmenhorst ist sicherer und sauberer geworden, der ehemalige Brennpunkt Hauptbahnhof konnte in den vergangenen drei Jahren entschärft werden.“ Einiges sei im Bereich Bildung und Sport investiert worden, außerdem habe man das Familien- und Kinderservicebüro etabliert. Auch in Sachen Finanzen fühlt sich der Bürgermeister, der seit dem 1. November 2006 im Amt ist, als Heilsbringer. Seit Amtsantriff, rechnet er, habe Delmenhorst 6,1 Millionen Schulden abgebaut. Dass ein stattlicher Teil davon ohne Einfluss der Stadt praktisch als Präsent kam, zum Beispiel in Form von geringeren Kreditzinsen oder einer Sonderausschüttung der EWE AG (wir berichteten), verschweigt de La Lanne freilich. Allerdings: Das zusätzliche Geld wurde von der Stadt durchaus sinnvoll eingesetzt. Die Arbeitslosenquote ist seit 2005 von 19,8 auf 10,1 Prozent gesunken. „Damit liegen wir unter den Werten in Bremen und Oldenburg“, betont de La Lanne: „Wir sind erstaunlich gut durch die Wirtschaftskrise gekommen.“

In einer anderen Misere steckt der Oberbürgermeister jedoch noch mittendrin: Dem Streit um das geplante neue Einkaufszentrum am Stadtwall. Gegen des Center regt sich breiter Widerstand; Eva Sassen von der Bürgerinitiative befürchtet ein „Filialensterben“ in der Innenstadt und kritisiert: „Die Kaufkraft wird aus der Innenstadt abgezogen.“ Dem entgegnete de La Lanne, dass „alle Beschlüsse bezüglich des Einkaufszentrums richtig waren“. Mit dieser Meinung dürfte er relativ allein dastehen. Viele Bürger stehen dem Projekt skeptisch gegenüber, und selbst das Investoren-Duo DIH/Procom zeigte sich in ersten Gesprächen mit der Verkaufsfläche von 10 000 Quadratmetern nicht ganz zufrieden. Ein Zurück für das Prestigeprojekt dürfte es für die Stadt aber kaum geben. Dennoch fiel de la Lannes Fazit zur Halbzeit wie erwartet positiv aus. Doch auch er weiß, dass noch viel Arbeit bleibt.

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