Der Alltag eines „Dorfschutzmannes“: Polizeibeamter Jochen Badberg berichtet

„Langeweile? Nie!"

Harpstedt - Von Josephine PabstHARPSTEDT · In der Polizeistation Harpstedt ist es still, nur der Polizeifunk im Hintergrund rauscht und knistert undeutlich. Auf einem großen Schreibtisch liegen Ordner, Mappen und viele Blätter Papier. Hinter dem Computerbildschirm sitzt Jochen Badberg, der gemeinsam mit einem Kollegen seit 14 Jahren in der Polizeistation Harpstedt tätig ist.

„Wir ,Dorfschutzmänner' müssen im Prinzip alles ein bisschen können. Man kann natürlich nicht in allen Bereichen ein Profi sein, aber wer ist das schon?“, erzählt er mit einem Lächeln. „Die Arbeit ist anspruchsvoll und sehr vielseitig. Manchmal fragen sich die Leute: ,Was macht die Polizei eigentlich den ganzen Tag?'“ Das sei der Nachteil von vergleichsweise undankbarer Arbeit, die trotzdem gemacht werden müsse.

„Ein typischer Montagmorgen beginnt bei mir so: Ein Einbruch wird gemeldet. Dort fahre ich natürlich sofort hin.“ Tatortaufnahmen, Protokolle der Geschädigten und Begehungen der Örtlichkeiten folgen. „Zurück im Büro wird eine ausführliche Berichterstattung fällig, häufig seitenlang“, so der Polizeibeamte. „Das alles sind viele Stunden Arbeit. Und trotzdem ist das gewünschte Ziel noch nicht erreicht: Der Täter ist noch nicht identifiziert, und der Geschädigte wartet auf sein Geld.“ Häufig werden die Unterlagen zur Bearbeitung dann an die nächste Polizeistelle weitergereicht. „Aber es gibt auch kleinere Fälle, die wir hier allein bearbeiten“, berichtet Jochen Badberg. „Beispielsweise haben wir häufig Aufträge zur Aufenthaltsermittlung von Verkehrssündern. Da kommt viel Telefonarbeit auf uns zu, und niemand sieht es.“ Andere „Alltagsdelikte“ seien unter anderem Geschwindigkeitsübertretungen oder Anzeigenaufnahmen wegen eines gestohlenen Fahrrads. „An heißen

▪ Haft wegen

▪ Falschparkens

Tagen wird meistens am Freibad ein Fahrrad gestohlen. Ein gutes Schloss und polizeiliche Codierung kann dem vorbeugen.“ Ein kurzer Blick auf den Schreibtisch zeigt, welche Aufgabenbereiche zurzeit in Badbergs Arbeitsfeld fallen. „Hier haben wir beispielsweise Anzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung und Hausfriedensbruch. Manchmal liegen auch so genannte Erzwingungshaftbefehle auf dem Tisch: Beispielsweise wegen Falschparkens, das nicht bezahlt wurde.“ Der Verkehrssünder habe dann die Wahl, den Betrag zu begleichen oder sich für zwei Tage in eine Justizvollzugsanstalt zu begeben. „Das ist in den 14 Jahren, in denen ich hier arbeite, erst zweimal passiert.“

Andere Aufgabenfelder seien auch Verkehrsunfälle: „Heute morgen musste ich wegen eines Rehunfalls nach Groß Ippener. Da sind schnell mal ein paar Stunden weg.“ Sobald die Schule wieder beginnt, wird Jochen Badberg auch die Schulwege überwachen. „Das gehört eben auch zu der Arbeit eines Dorfschutzmannes dazu“, meint er lächelnd. „Langeweile kommt hier ganz sicher nicht auf.“

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