Erster Kreisrat gibt sich zurückhaltend

Landrat: FDP schlägt Harings vor

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Carsten Harings

Landkreis - Wer wird neuer Landrat des Landkreises Oldenburg? Frank Eger, der bisherige Amtsinhaber, hatte seinen Abschied kaum verkündet, da gab es gestern schon Spekulationen um seinen möglichen Nachfolger.

„Für uns ist die Sache klar: Die FDP-Kreistagsfraktion unterstützt eine Bewerbung des Ersten Kreisrats Carsten Harings“, verkündete der Vorsitzende der liberalen Fraktion, Ernst-August Bode. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte er die Gründe: „Harings war vor seiner Zeit als Kreisrat schon als Kämmerer in der Verwaltung tätig. Er hat auch in allen Bereichen der Kreispolitik hervorragende Arbeit geleistet. Egal, ob bei Vereinen, den Schulen oder in der Wirtschaft – er genießt überall hohes Ansehen.“

Wie Bode weiter erklärte, baue die FDP auf die Zustimmung der anderen Parteien. Unabhängig davon stehe die Kandidatenwahl der Liberalen aber fest.

Mit dieser Aussage düpierte Bode gestern das Angebot von Ansgar Focke. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion hatte zuvor für einen Dialog aller Parteien und somit für eine gemeinsame Entscheidungsfindung geworben. „An Personalspekulationen möchte ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht beteiligen“, bekräftigte er auf Anfrage erneut. Anstatt Namen zu nennen und diese öffentlich zu diskutieren „sollten lieber alle Fraktionen gleichermaßen mitgenommen werden“, sagte Focke. Zu Carsten Harings könne er sich nur in dieser Hinsicht äußern: „Ich halte ihn für einen ausgewiesenen Verwaltungsfachmann.“

Harings selber gab sich gestern zurückhaltend. „Das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird, ehrt mich natürlich“, sagte er. Zunächst wolle er aber klarstellen, dass er die Entscheidung des Landrates sehr bedauere. „Ich finde, Herr Eger hat einen hervorragenden Job gemacht – und das als Landrat immerhin seit 2001. Der Landkreis steht in seiner äußeren Wahrnehmung glänzend da. Dazu hat Frank Eger einen ganz wesentlichen Teil beigetragen.“

Auf seine mögliche Kandidatur angesprochen, sagte Harings: „Wenn mich jemand dafür vorschlägt, muss ich mich damit beschäftigen.“ Bis zum Start der neuen Wahlperiode (1. November) werde Frank Eger aber Landrat bleiben.

Focke sieht das anders. Nach der offiziellen Anklageerhebung müsse Eger seine Ämter nun ruhen lassen: „Mit einem Rücktritt hat das nichts zu tun“, erläuterte der CDU-Mann. „Es wäre für Herrn Eger besser, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen.“ Niemandem sei damit geholfen, wenn der Name Eger während des Verfahrens immer wieder mit dem Landkreis Oldenburg in Verbindung gebracht würde.

Die Kreisverwaltung sei gut aufgestellt, sagte Focke. „Herr Harings könnte ab sofort die Geschäfte übernehmen. Dann hätte Herr Eger auch die nötige Ruhe, um sich gezielt auf das Gerichtsverfahren vorzubereiten.“

Der Landrat selber hatte am Mittwoch erklärt, er wolle bis zum Ende seiner Amtszeit weiterhin die Interessen des Landkreises vertreten. · js

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