„Schülerstation“ im Klinikum Delmenhorst / Beruf ganzheitlich kennen lernen

Lächeln begleitete die Schüler im Krankenhaus

Oldenburg - DELMENHORST (cs) · Ein Krankenhausaufenthalt ist nie schön, doch für die beiden Patientinnen Edith Fritsch und Luise Plehnart war die vergangene Woche etwas angenehmer als sonst.

Denn in der Station M2 des Klinikums Delmenhorst übernahmen 20 Krankenpflegeschüler des dritten Ausbildungsjahres eine Woche das Zepter. Die Schüler kamen aus dem Klinikum, dem St.-Josef-Stift Delmenhorst, der Wesermarsch-Klinik Nordenham und dem Wildeshauser Johanneum.

„Jeder, der reinkam, hat gelächelt. Es war immer lustig und fröhlich“, erzählt Fritsch, und man merkt ihr an, dass sie die 18 Frauen und zwei Männer ins Herz geschlossen hat. „Sie haben immer gefragt, ob man noch etwas braucht“, bestätigt auch ihre Bettnachbarin Plehnart.

„Die Woche war sehr lehrreich, wir wurden gut vorbereitet“, bilanziert Jette Pöppe, die am Johanneum in Wildeshausen lernt. Viel Zeit gebe es für die alltäglichen Dinge. Immer waren sechs bis sieben Schüler, ein Lehrer und zwei Praxisanleiter, also Pfleger mit Zusatzausbildung, auf der Station. „Normalerweise sind auf einer Station zwei bis drei Pflegekräfte und ein Schüler“, weiß Annika Dalpiaz.

Der Sinn der praktischen Woche im Klinikum liege darin, theoretische Kenntnisse in die Praxis zu übertragen, erklärt Lehrerin Kerstin Bach. „Die Schüler sollen das Ganzheitliche des Berufs kennen lernen.“ Dabei gehe es nicht nur um die Patientenversorgung, sondern auch um planerische Aspekte. So haben die Schüler den Schichtplan selbst erarbeitet. „Sie sind auch bei Fragen und Konflikten zuständig“, so Bach. Unterstützt würden sie von Ärzten und anderen Pflegekräften.

„Am Anfang ist es ungewohnt, an was man alles denken muss“, berichten die Schüler. Spaß gemacht hat ihnen die Woche aber. „Toll ist, dass wir aus vier Häusern sind und von den Erfahrungen der anderen profitieren können“, meint Jana Krumbach. „Und für jede Pflegemaßnahme hatten wir unglaublich viel Zeit, und mussten nicht, wie sonst, hetzen“, erklärt Telke Buksch. Auch die Patienten hätten sehr positiv reagiert, negatives Feedback habe es nicht gegeben.

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