Neues Delmenhorster Freizeitbad setzt in vielen Bereichen Maßstäbe – auch bei den Kosten

Kuppelbau mit „Wow-Effekt“

Stolze Bauherren: Henry Peukert (links) und Hans-Ullrich Salmen unter der 25-Meter-Kuppel.

Oldenburg - Von Daniel NiebuhrDELMENHORST · Die Zahl, die die Pressevertreter beim Gang durch den zugigen Rohbau des neuen Delmenhorster Freizeitbades gestern am meisten interessierte, hatte nichts mit Geld oder Größe zu tun. „Die Lufttemperatur wird ungefähr 34 Grad betragen“, erzählte Henry Peukert, Leiter des „Vorgänger-Bads“ Delfina, der frierenden Journallie. Gestern waren es gefühlte 40 Grad weniger.

Allerdings sind auch die anderen Fakten zum Delmenhorster Prestigeprojekt in vielerlei Hinsicht beeindruckend. 22,7 Millionen Euro wird der Bau kosten, der mit Freizeitbereich, Gastronomie, Sport-, Kurs- und Sprungbecken Wasserfreunde jeglicher Gesinnung befriedigt. Prunkstück sind zwei gigantische Kuppeln über dem Freizeitbecken und der Gastronomie mit einem Durchmesser von 25 beziehungsweise 13 Metern. „Diese Konstruktion ist so in einem Schwimmbad einzigartig“, erzählt SWD-Geschäftsführer Hans-Ullrich Salmen und erklärt, warum: „Die Kuppeln werden nicht verglast, sondern mit vier Lagen transparenter Folie überzogen, die UV durchlässig sind und den Blick auf den Himmel freigeben.“ Ein architektonischer Geniestreich, der dazu noch preislich vergleichbar mit weniger spektakulären Alternativen ist. „Wenn wir ein Betondach gebaut hätten, wäre es aufs Gleiche rausgekommen – mit deutlich weniger ,Wow-Effekt‘.“ Der wiederum kommt durch das imposante Panorama zustande, das durch ein Tor an der Seite unterstützt wird. „Die Besucher werden sich fühlen wie im Freien“, sagt Peukert – von der Temperatur einmal abgesehen.

Allerdings setzt das Bad auch im Kleinen Maßstäbe. Über eine Rampe werden Freizeit- und Kinderbecken verbunden, was einen praktischen Nebeneffekt hat: Rollstuhlfahrer können künftig ohne fremde Hilfe ins Wasser fahren. „Wir haben an viele Feinheiten gedacht, die die Leute zu schätzen wissen werden“, meint Salmen und nennt unter anderem die Whirlpools in verschiedenen Höhen.

Bis im größten Badprojekt Norddeutschlands auch tatsächlich geplantscht werden kann, müssen sich die Delmenhorster allerdings noch etwas gedulden: Die Eröffnung ist für Juli geplant. „Da liegen wir trotz des Wintereinbruchs voll im Plan“, so Salmen, „der Rohbau ist zu 95 Prozent fertig.“ Eine Verzögerung wäre für die Stadt, die das Bad schon zum neuen „Wahrzeichen“ (Bürgermeister Patrick De La Lanne) ernannt hat, auch kaum akzeptabel. Die Erwartungen an den Delfina-Nachfolger sind hoch, die Kritik aus Reihen der Gegner noch längst nicht verstummt. Die FDP-Fraktion im Stadtrat hatte jüngst von einem „Meilenstein der Krediterhöhung“ für das Projekt gesprochen. Pannen schon beim Bau wären Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Bislang haben die Befürworter aber die besseren Argumente.

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