Grundschulbesucher müssen klingeln

Grundschulen: Künftig Kontrolle mit Kamera

An der St.-Peter-Schule wird bald der Eingangsbereich gefilmt. Dieses Foto entstand bei der Bereisung durch den Schulausschuss am vergangenen Mittwoch.

Wildeshausen - (dr) · Nur noch wenige Tage können Besucher ungehindert die Wildeshauser Grundschulen betreten. Dann aber stehen Gäste vor verschlossenen Türen, müssen klingeln – und werden mit einer kleinen Kamera gefilmt. Die Sekretärin entscheidet nach einem Blick auf den Monitor und einem Erstkontakt über Gegensprechanlage, ob der Gast die Schule betreten darf.

Das ist ein Teil eines neuen Notfallplanes, den alle Schulen in Trägerschaft der Stadt entwickelt haben. Ein wesentlicher Anlass dazu war der Amoklauf eines Schülers in Winnenden am 11. März 2009, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen tötete. Es geht bei diesen Plänen aber auch ganz grundsätzlich darum, im Notfall, zum Beispiel bei einem Brand, handlungsfähig zu sein.

Die Maßnahmen an den Wildeshauser Schulen sind gestaffelt. Die Grundschulen sind alle mit einer Kamera ausgerüstet, um Besucher schon vor dem Betreten der Schule nach ihrem Anliegen zu befragen. Die Kamera wird nur dann eingeschaltet, wenn jemand klingelt oder der Hörer abgenommen wird. Somit ist es damit nicht möglich, den Eingang durchgehend zu kontrollieren. Die Aufnahmen werden nicht gespeichert. Die Türen sind vor dem Unterricht und während der Pausen geöffnet, so dass die Kinder ungehindert und unbeobachtet kommen und gehen können.

Für den Notfall wurden die Kollegien darüber informiert, wie in Extremsituationen gehandelt werden soll. Es gibt klare Vorgaben für Lautsprecherdurchsagen, um Panik zu vermeiden.

Auf einem kleinen Monitor ist der Eingangsbereich zu sehen.

An der Hauptschule existieren schon seit einem Jahr zwei Kameras an den Zugängen. „Das ist auf unsere Initiative hin geschehen, weil die Eingangsbereiche ohnehin erneuert werden sollten“, erklärt Schulleiterin Dorit Hielscher. Die Türen der Hauptschule würden per Zeitschaltuhr gesperrt und geöffnet. Wenige Minuten nach acht Uhr sind sie zum Beispiel verschlossen.

Diese Sicherheitsmaßnahme hat durchaus einen positiven Effekt. Deutlich mehr Schüler kommen mittlerweile pünktlich zum Unterricht, weil sie keine Lust haben, zu klingeln und vor der Kamera zu stehen. Für Hielscher ist es aber wichtiger, zu wissen, dass nicht jeder zu allen Zeiten die Schule betreten kann. „Das ist bei uns ja recht unübersichtlich. Und den Eingang können wir vom Büro aus gar nicht sehen.“ Zwei Monitore sind nun im Lehrerzimmer und im Sekretariat installiert.

Eine andere Maßnahme, die auch für die Hauptschule geplant ist, wurde bereits in der Realschule realisiert. Dort sind alle Klassenzimmertüren von außen mit Knauf versehen worden, damit nicht jeder während des Unterrichts die Räume betreten kann. „So können die Schüler störungsfreier lernen“, nennt Konrektorin Evelyn Jasch einen Vorteil. Früher seien Besucher oder Eltern einfach durchmarschiert. Nun sei die Hemmschwelle deutlich größer. Aber auch in der Realschule kommen die Schüler nun pünktlicher zum Unterricht.

Die Veränderung an den Türen gehört in der Realschule ebenso wie in der Hauptschule zum Sicherheitskonzept. An beiden Schulen gibt es für den Gefahrenfall Notfall-Ordner mit Hinweisen, die an wichtigen Stellen ausgelegt sind. Das gesamte Personal ist instruiert, wie bei Gefahr gehandelt werden sollte. In der Realschule wurden zudem die Flure farblich verschieden gestaltet, damit die Orientierung leichter fällt. „Wir haben auch die Zimmernummern logisch durchnummeriert. Das war nach den vielen Umbauten dringend nötig“, so Jasch. So sei im Brandfall von der Feuerwehr auch von außen klar zu erkennen, welches Zimmer zum Beispiel von der Drehleiter erreicht werden muss. Im Evakuierungsfall können vom Sekretariat nun ganz gezielt bestimmte Bereiche der Schule aufgefordert werden, die Schule zu verlassen. Denn alle Türen sind natürlich von innen problemlos zu öffnen.

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