Wildeshauser „Lindenhof“ mit langer Tradition / Jetzt Wiedereröffnung als Raucherkneipe / Bald neuer Name

Kruggerechtigkeit seit 210 Jahren

Auch Musikbox fehlte früher nicht im „Lindenhof“ in Wildeshausen.Repros: Panschar

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (jd) · Er ist eine Gaststätte mit über 200-jähriger Tradition – der „Lindenhof“ in der Kreisstadt. Gerade aber in den vergangenen Jahren war es immer wieder ein Auf und Ab, mehrfach wechselten die Inhaber, immer wieder war das Lokal geschlossen. Das soll ab morgen vorbei sein, der „Lindenhof“ öffnet ab 17 Uhr wieder seine Türen.

Beim Stöbern im Archiv der Wildeshauser Zeitung ist Alfred Panschar auf eine interessante Veröffentlichung gestoßen, die die Geschichte des Lokals von 1800 bis ins Jahr 1951 aufzeigt. So wird belegt, dass der „Lindenhof“ bereits seit dem Jahr 1800, also seit 210 Jahren, die Schankerlaubnis besitzt.

„Das Haus Nummer 11 an der Huntestraße war schon um 1800 das alte Klublokal, also ein Haus mit Kruggerechtigkeit“, schrieb die Wildeshauser Zeitung Mitte der 50-er Jahre. Besitzer des Kruges war um 1800 August Wilhelm Hoffmann. 1819 erwarb Johann Georg Günther das Lokal, und noch im selben Jahr ging es an Bernhard Tameling.

„Nach dem Tod des Besitzers erwarb Vorbesitzer Johann Georg Günther erneut den Krug. Nach dessen Tod im Jahr 1822 die Erbin, die Witwe Schnittger“, war in der Wildeshauser Zeitung zu lesen. Ein Blick auf die Liste der Besitzer zeigt, dass das Lokal auch früher schon immer wieder in andere Hände fiel: Im Jahr 1835 erwarb das Haus Jacob Wolf. Ab 1849 war der testamentarische Grunderbe Jacob Wolf, wohl der Sohn, der Besitzer. Während im Januar 1864 das Haus an Johann Diedrich Schröder verkauft wurde, veräußerte dieser es im Mai 1864 weiter an Johann Bernhard Klosterhoff.

„Manche Festlichkeit und Theateraufführung gab es im Klosterhoffschen Saal hinter der Kneipe. Aber schon im Jahr 1883 wurde Johann Heinrich Gerhard Benecke, der Verfasser des Wildeshauser Schützenliedes, Besitzer des Gasthauses“, schrieb die Wildeshauser Zeitung.

Einen Aufschwung nahm der Krug oder die Gastwirtschaft, nachdem am 1. Mai 1889 Johann Hermann Friedrich Immohr des Haus erworben hatte. Zehn Jahre später, am 10. August 1909, erwarben Immohrs Schwiegersohn Arnold Paul Moritz Drechsler und dessen Ehefrau Auguste geborene Immohr den Gasthof.

Das Immohr-Drechslersche Haus mit Kruggerechtigkeit erwarb am 6. Februar 1913 Heinrich Hein. Am 8. Januar 1925 wurde dann die Haake-Beck-Brauerei und am 20. März 1934 Heinrich Nordmann der Besitzer.

„Seit dem 19. November 1937 war Heinrich Rigbers Eigentümer des „Lindenhofes“. Am 9. April 1951 erwarb Marianne Rigbers, geborene Schütze, den Gasthof“, schrieb die Wildeshauser Zeitung.

Nach einigen weiteren Wechseln ging das Gebäude ins Eigentum von Christfried Prochnow über. Von ihm hat Sung-Won Pak das Lokal im Juli 2009 gepachtet – er hat seither schon einmal den Geschäftsführer gewechselt.

Jetzt aber hat ich Pak entschieden, einen neuen Anlauf mit neuem Konzept zu machen. „Das Lokal wird jetzt eine reine Raucherkneipe. Essen gibt es ab sofort nicht mehr. Das ist nicht zulässig “, sagt Geschäftsführer Toni Weiß. In den vergangenen Wochen mussten daher einige Umbauten vorgenommen werden: „Wir mussten die Gaststube auf 75 Quadratmeter verkleinern, da das die Höchstgröße für eine Raucherkneipe ist.“

Schon bald aber möchte Weiß Abschied nehmen vom Namen „Lindenhof“: „Diese Bezeichnung ist einfach schon zu eingefahren, hier müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen. Der Name ist seit einigen Jahren auch etwas negativ behaftet.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mögliche Minister unter Rot-Gelb-Grün

Mögliche Minister unter Rot-Gelb-Grün

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Kommentare