Entscheid über Gesamtschule steht bevor

Kreistag heute mit historischer Sitzung

Landkreis - (ck) n Frank Eger sieht der „historischen Kreistagssitzung“ gelassen entgegen, die heute ab 16 Uhr im Kreishaus einen wesentlichen Tagesordnungspunkt enthält: „Wenn ich wetten müsste, würde ich auf eine 75-prozentige Zustimmung der Abgeordneten für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule in Wardenburg tippen“, urteilte der Landrat gestern.

Danach kann die Verwaltung den entsprechenden Antrag auf den Weg zur Landesschulbehörde bringen.

Maik Ehlers vom Fachdienst „Struktur und Schule“ rechnet mit etwa sechs Monaten, bis die Behörde über den Antrag auf eine fünfzügige „IGS“ an der Everkampschule befindet – schließlich müsse sie im Fall einer Genehmigung das nötige Lehrerpersonal fürs kommende Schuljahr stellen. Dass es für das fünfzügige Angebot mit mindestens 130 Schülern im fünften Jahrgang genügend Anmeldungen gibt, bezweifelt er kaum: „Die bisherigen Erfahrungen der Landesschulbehörde aus anderen Landkreisen haben gezeigt, dass die Anmeldezahlen höher ausfielen als die Beteiligungen an Elternumfragen“, erläuterte Ehlers. Sollte es einen größeren Zuspruch geben, stellen Eger und Ehlers auch Jahrgänge mit je sechs Klassen in Aussicht. Die räumlichen Gegebenheiten in der derzeitig ein- bis zweizügigen Hauptschule und der zwei- bis dreizügigen Realschule seien vorhanden.

Trotzdem bleiben noch einige unbekannte Faktoren – allen voran die Wardenburger Politik selbst. Im Gemeinderat regt sich nämlich Widerstand gegen eine IGS am Ort, weil dann die Kinder der bisher an der Everkampschule untergebrachten Haupt- und Realschule weitere Fahrten nach Sandkrug hinnehmen müssten. Eger betrachtete es als „legitim, wenn bestimmte Damen und Herren Probleme mit einer IGS in Wardenburg haben“. Allerdings warnte er vor den Folgen einer Ablehnung im Gemeinderat: „Einerseits haben in den bereits bestehenden Diskussionen alle Seiten gesagt, sich am Elternwillen orientieren zu wollen – und die Befragung endete mit einem eindeutigen Ergebnis für Wardenburg.“ Abgesehen vom Vertrauensverlust gegenüber den Wählern erinnerte Eger an die in diesem Fall vergebliche Arbeit für die Elternbefragung und eine nötige neue Erhebung.

Immerhin hat der Rat der Gemeinde Hatten als „Abnehmer“ der Schüler bereits grünes Licht gegeben.

Vor einem Gesamtschul-Auftakt in Wardenburg müsste der Landkreis als künftiger IGS-Träger den Everkamp-Schulkomplex der Gemeinde abkaufen. „Die Haushaltsmittel stellen wir im Kreishaushalt 2010 ein“, erläuterte der Landrat. Zur Höhe der Summe wollte er nichts sagen. „Das entscheidet sich nach den Beratungen in den politischen Gremien.“ Sie soll sich aber ungefähr an den Preisen vergleichbarer Schulen orientieren, die sich jetzt im Kreiseigentum befinden. Und angesichts des geringen Sanierungsbedarfs in Wardenburg aber höher zu erwartenden Kosten in Hatten müsste Wardenburg noch einen Beitrag an Hatten leisten.

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