Beide Bauern wollen Flächen für Schutzgebiet Delmetal nicht abgeben / Konsens-Gespräch geplant

Kreis im Zwist mit zwei Zweiflern

Oldenburg - HOYERSWEGE (ck) · Lange reicht der Beginn des Ringens um einen Kompromiss zwischen Landwirtschaft und Landschaftsschutz zurück. Sehr lange, wie Bernd Lögering von der Kreisverwaltung am Dienstagabend erinnerte, als er einen überschaubaren Kreis zur Bürgerversammlung im Hoyersweger „Hof Hoyerswege“ begrüßte. Zusammen mit seinem Kollegen Georg Schinnerer stellte er den Entwurf fürs qualifizierte Landschaftsschutzgebiet „Delmetal“ vor, dessen Planungen nun auf die Zielgerade gehen.

„Dieser Termin bildet den Einstieg ins Beteiligungsverfahren“, unterstrich Lögering als Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Er bat um Entschuldigung, dass diese und die für heute um 19.30 Uhr in Horstedt angesetzte Präsentation so kurz vor der öffentlichen Auslegung zustande kämen, verdeutlichte aber den Zeitdruck: Nach der Offenlegung vom 1. Oktober bis 31. Oktober im Kreishaus sollen die dort vorgebrachten Stellungnahmen in die Verordnung einfließen, ehe am 9. November die Mitglieder des Kreisausschusses und am 14. Dezember die Politiker im Kreistag darüber beschließen.

„Bis dahin nehmen wir gern Anregungen entgegen – Entscheidungen können wir hier und heute aber nicht treffen“, verwies der Amtsleiter auf Abstimmungsbedarf mit der Politik.

Unter anderem rückte die Behörde inzwischen von der Aufteilung in zwei Schutzzonen ab, denn die zweite mit ihrem größeren Einzugsgebiet sei nun vom Tisch. So finde sich nun keine landwirtschaftliche Hofstelle mehr in dem Bereich. Diesen Höfen hätte sonst ein Erweiterungsverbot gedroht.

Probleme bereite laut Schinnerer die Erfassung der Grasflächen: „Wünschenswert wäre für uns eine Grünland-Zone an den Uferbereichen.“ Zwei der anwesenden Landwirte zeigten sich damit weiterhin nicht einverstanden. Fachleute aus dem Umweltministerium hätten ihnen zugesagt, dass ihre Ackerflächen am Gewässerrand aus der Schutzgebietsverordnung herausfallen dürften. Seit Jahren liegen die Eigentümer mit der Naturschutzbehörde deshalb im Clinch – und das konnte Lögering nicht nachvollziehen: „Wir haben Ihnen tausend Brücken gebaut, diese Gebiete im Rahmen eines Flächentausches während der Flurbereinigung abzugeben und neue zu bekommen.“ Auch Schinnerer erinnerte daran: „Wir hatten mit Ihnen Gespräche ohne Ende.“

Doch die Fronten bleiben verhärtet. Lögering stellte klar, dass dieser Streifen im Schutzgebiet bleibe – und die beiden Betroffenen kündigten an, dagegen zu klagen.

Bernhard Wolff als Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands bot sich in dieser Situation als Moderator an. Das Gespräch zwischen Landkreis und den zwei Landwirten soll bis Mitte Oktober über die Bühne gehen.

Ansonsten hielten sich die Bedenken im Rahmen. Auf Nachfrage aus dem Publikum verriet Schinnerer, dass die Naturbelassenheit der Delme nicht so weit gehen dürfe, dass sie eventuell zuwuchert und kein ablaufendes Wasser mehr aufnehmen kann. Aussicht auf Einigung besteht auch hinsichtlich des Verbots, Flächen neu zu drainieren. Das Kreislandvolk will eine Formulierung einbringen, die das Unterhalten und Erneuern vorhandener Drainagen ermöglicht.

Drittens dürfe bestehendes Grünland durch Einzelkorn-Ansaat erneuert werden. Ein zwischenzeitlicher Anbau zum Beispiel von Mais bleibt aber tabu.

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