Arbeitsgemeinschaft stellt Maßnahmenbündel vor

KPR: Gemeinsam gegen Gewalt

Oldenburg - DELMENHORST (cs) · Gemeinsam an einem Strang ziehen für die Prävention von Gewalt und Extremismus: Das wollen Politik, Polizei und verschiedene Institutionen auch in den kommenden Jahren in Delmenhorst.

Das machten Angelika van Ohlen, Geschäftsführerin des Kriminalpräventiven Rats (KPR) der Stadt, sowie Klaus Seibt, Leiter der darin eingegliederten Arbeitsgruppe Gewalt, gestern deutlich. „Gerade im Bereich Extremismus sind wir gut aufgestellt“, so die beiden.

Nachhaltig und präventiv – so sieht die Arbeit der AG Gewalt vor allem aus, macht Seibt deutlich. „Es geht nicht immer um die ganz aktuellen Probleme.“ Projekte, vor allem an und mit Schulen, sollten den Jugendlichen zeigen, dass es sich lohnt für demokratische Werte und Regeln einzustehen, sind sich Seibt und van Ohlen einig. Besonders wichtig sei dabei das Netzwerk, auf das die Arbeitsgruppe zurück greifen könne. Polizei, gesetzlicher Jugendschutz, Kirche, Vereine, der niedersächsische Verfassungsschutz und die Politik sind nur einige der Institutionen, mit denen sie zusammen arbeiten.

Einige der vom KPR angeschobenen Maßnahmen unterstützt Delmenhorsts Oberbürgermeister Patrick de La Lanne persönlich. „Gewisse Themen bewegen sich einfacher, wenn der Oberbürgermeister sie zur Chefsache macht“, erklärt van Ohlen. Dazu gehörten in den kommenden zwei Jahren beispielsweise die Aktion „Fair-Play im Fußballsport“ und die Maßnahme „Sauberkeit und Sicherheit am Bahnhof und in der Innenstadt“. Außerdem wird am 20. Mai der Preis für Zivilcourage der Stadt unter dem Motto „Hinschauen und nicht wegsehen“ vergeben. Dieser steht in Zusammenhang mit dem niedersächsischen Aktionstag für Zivilcourage und gegen Gewalt.

„Ohne erhobenen Zeigefinger“, so van Ohlen, sondern so, dass es auch bei den Jugendlichen ankommt, sollen die Projekte durchgeführt werden, die die AG Gewalt unter eigener Federführung in den kommenden Jahren plant. Schließlich erreichen diese pro Jahr zwischen 1 000 und 2 500 Schülern, so Seibt. Geplant sind Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen gegen den Extremismus in Zusammenarbeit mit dem polizeilichen Staatsschutz, Theaterprojekte wie „rechts radical – chic sie weg“ oder auch die weitere Unterstützung der Kampagne „Würdenträger“ des Bischöflich Münsterschen Offizialats. „Die Schüler an der Hauptschule Nord sollen sich hier fragen, welche Vorurteile sie haben – also wie sie über Mitschüler denken“, erklärt van Ohlen. Sich selber kritisch beobachten und die Erkenntnisse unter Anleitung von zwei Theaterpädagogen szenisch umsetzen – das ist die Aufgabe. „Die Ergebnisse sind immer wieder beeindruckend.“

Unterstützung bietet die Arbeitsgemeinschaft Gewalt auch Schulklassen, die die Gedenkstätte Bergen-Belsen aufsuchen wollen – sowohl finanziell als auch inhaltlich. Zum Programm gehört außerdem das wöchentliche Angebot der „Mitternachtshallen“, wo Jugendliche freitags zwischen 22 und 24 Uhr Sport treiben können. „Wir erreichen hier jedes Mal etwa 50 junge Leute, die den Anschluss an Sportvereine vollkommen verloren haben“, weiß Seibt.

Das Konzept ist klar: Früh wollen KPR und AG Gewalt ansetzen, um den Jugendlichen zu zeigen, dass die in der Stadt auffälligen rechtsextremen Bewegungen demokratie- und rechtsstaatsfeindlich sind.

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