Aufklären durch Ausprobieren: PC-Party für Eltern

Konsum kritisch verfolgen

Mareike van 't Zet und Matthias Heil wollen Eltern während einer LAN-Party auf die Hintergründe des hohen Computer-Konsums hinweisen.

Landkreis - (ck) · „Community“, „Clan“, „W-LAN“, „Ego-Shooter“ – wer jetzt nur Bahnhof versteht, versteht vielleicht auch seine Kinder kaum.

Jedenfalls dann nicht, wenn sie zu den eingefleischten Fans von Computerspielen gehören, in denen vor allem Jungen gegeneinander oder miteinander in Mannschaften antreten. Dazu treffen sie sich längst nicht mehr nur im Kinderzimmer, sondern übers Internet. Jetzt wollen die Mitarbeiter vom Kinder- und Jugendschutz in Kooperation mit der Jugendpflege Ganderkesee, der Polizei und der „Landesstelle Jugendschutz“ den Erwachsenen Einblicke in diese für viele Jugendliche so faszinierende Welt der Fantasy-Abenteuer geben – mit einer „LAN-Party“ am Donnerstag, 25. Februar, in der Mensa des Ganderkeseer Schulzentrums.

„LAN“ steht für „Local Area Network“, also ein Netzwerk, über das Mütter und Väter selbst einmal die beliebtesten Spiele ausprobieren dürfen und so vielleicht mehr Verständnis fürs stundenlange „Verschanzen“ ihrer Sprösslinge im Kinderzimmer aufbringen.

„Wir wollen an diesem Abend mehr rüberbringen als einen Vortrag mit erhobenem Zeigefinger, um vor den Folgen eines zu ausgiebigen Konsums zu warnen“, unterstrich gestern Matthias Heil als Leiter des Ganderkeseer Jugendzentrums: „Die Eltern sollten wissen, dass manche Spiele nicht mehr nur auf dem Computer laufen, sondern dass die Kinder auch mit ihren vielleicht gerade zu Weihnachten bekommenen Spielekonsolen ins Internet gehen und sich mit anderen verabreden können.“ In eine Ecke drängen wollen die Gastgeber die Spieler jedoch nicht, wie Mareike van 't Zet vom Landkreis Oldenburg betont: „Niemand möchte dieses Hobby verteufeln, denn es entstehen dadurch sogar einige Sozialkontakte – und das nicht nur am Bildschirm, sondern auch durch Treffen in der Realität.“

Allerdings soll dieser Abend zum Ausprobieren von 19 bis 24 Uhr dazu beitragen, dass sich die Erziehungsberechtigten intensiver mit diesen Medien auseinander setzen, den Konsum durch ihre Kinder aufmerksamer begleiten und sie zu kritischen Nutzern erziehen. „Denn die jüngere Generation ist uns um Längen voraus, was die Anwendertechnik angeht – nicht aber, wenn es darum geht, die Folgen abzuschätzen.“

Heil konkretisiert die Ausmaße des Zeitaufwands, den vor allem männliche Jugendliche in weltweite Erfolgs-Szenarien wie „World of Warcraft“ investieren: „Wenn jemand bis zu zwölf Stunden in diese virtuelle Welt abtaucht, kann sich jeder vorstellen, was das für die schulischen Leistungen bedeutet.“

Dabei komme die Initiative nicht immer nur vom Sohn oder der Tochter selbst, wie der Jugendhaus-Leiter erläutert: „Viele Aufgaben lassen sich nur zusammen in Clans von bis zu 50 Leuten lösen. Da baut sich dann ein gewisser Druck aus der Gruppe auf, dass das einzelne Mitglied auch ja am nächsten Tag zu einer festen Uhrzeit mit dabei ist.“

Diese und weitere Informationen bekommen die interessierten Erwachsenen von den Fachleuten des Landkreises, der Gemeinde und des Landes. Denn die Jugendschützer aus Hannover rücken nicht nur mit 30 Computern an, sondern einigen Experten, die für Vier-Augen-Gespräche zur Verfügung stehen.

„Wir können etwa 100 Gäste aufnehmen“, berichtet Mareike van 't Zet. Anmeldungen sind unter Tel. 04431/85323 möglich. Im Kostenbeitrag sind die Getränke enthalten.

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