Intensivbetreuung der Himmelsthür zieht bald um / Keine Toleranz bei Gewalt

„Konsequenzen gezogen“

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Jörg Arendt-Uhde (l.) und Ralf Ostermann. ·

Wildeshausen - Von Dierk RohdenburgLange hat die Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen nach einer Lösung für 20 intensiv betreute Personen mit herausforderndem Verhalten gesucht. Nun sollen sie nach Möglichkeit im kommenden Jahr an einem geeigneten Standort im Landkreis Oldenburg untergebracht werden.

„Der Orientierungsantrag wird noch dieses Jahr gestellt“, kündigte Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde in einem Gespräch mit unserer Zeitung an. Über den zukünftigen Standort möchte er noch nicht sprechen. Er wird jedoch nicht im Gebiet der Gemeinde Wildeshausen liegen.

„Diese Menschen sollen ein hochspezialisiertes Angebot bekommen“, so Arendt-Uhde mit Blick darauf, dass der Personenkreis mit herausforderndem Verhalten in Wildeshausen für einigen Wirbel gesorgt hatte. Im vergangenen Jahr hatte es in der Bevölkerung, insbesondere in den Wohngebieten in Nähe der Diakonie Himmelsthür, einige Proteste dagegen gegeben, dass Menschen, die wegen Sexualdelikten mit Bewährungsstrafen belegt worden waren, in der Diakonie untergebracht wurden. Es war auch bekannt geworden, dass eine Person, die eigentlich 24 Stunden beaufsichtigt werden musste, ohne Betreuung und Überwachung den Wohnbereich verlassen und sich auf dem Gelände der Einrichtung aufgehalten hatte.

„Wir haben die Konsequenzen gezogen“, so Arendt-Uhde. So wurden Fachbereichsleitung, Wohnbereichsleitung und die verantwortliche Betreuerin ersetzt. Gleichzeitig wurden zahlreiche Maßnahmen angeschoben, um kriminelle Handlungen besser verhindern, beurteilen und ahnden zu können. Es gibt einen „Runden Tisch“ von Diakonie, Polizei, Amtsgericht und gesetzlichen Betreuern.

„Zudem wird seit über einem Jahr konsequent jede Gewalt gemeldet. Da gibt es keine Toleranz mehr“, so Arendt-Uhde.

Damit erklärt er auch mehrere Gerichtsprozesse, in denen sich Kunden der Diakonie einem Verfahren stellen mussten. „Die Bewohner sollen die Konsequenzen ihres Verhaltens erfahren.“

Der Bereich der Intensivbetreuung hat sich seit über einem Jahr stark gewandelt. „Wir haben die Doppelzimmer abgebaut, in denen es wegen der großen Nähe der Personen immer wieder zu Konflikten kam“, so der neue Fachbereichsleiter Ralf Ostermann. Die Heimverträge mit fünf besonders schwierigen Personen seien gekündigt worden. Vier Personen seien ausgezogen. „Für die fünfte Person wurde bislang keine geeignete Unterbringung gefunden.“ Ein Mann, der Anwohnern durch exhibitionistische Handlungen aufgefallen war, lebt seit September 2010 an der Nordseeküste.

„Wir haben in dem Wohnbereich keine neuen Menschen mit herausforderndem Verhalten mehr aufgenommen“, sagt Ostermann. Neun Personen hätten den richterlichen Beschluss, geschlossen untergebracht zu werden. Das werde penibel befolgt.

Zurzeit leben in dem Wohnbereich 20 Menschen, von denen aber nach Einschätzung der Diakonie keine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. „Hier läuft kein verurteilter Sexualstraftäter frei herum. Und hier schlägt keiner zu, ohne dass Konsequenzen erfolgen“, so Arendt-Uhde mit drastischen Worten.

Nicht zu verhindern sei es bei einer Einrichtung wie der Diakonie jedoch, dass es immer wieder zu Irritationen kommen könne, wenn zum Beispiel ein Mensch mit Autismus durch die Straßen laufe, der völlig harmlos sei, aber auf manche Menschen bedrohlich wirke. „Das versuchen wir im Gespräch mit den Nachbarn zu klären.“

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