Nachvermittlung 2009: Trotz schwieriger Wirtschaftslage hohes Engagement / 471 Möglichkeiten zum Nacheinstieg

„Können so Ausbildungsabbrüche verhindern“

Oldenburg - OLDENBURG (cs) · Nicht alle Jugendlichen im Bereich der Oldenburgischen Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammer haben in diesem Jahr den Ausbildungsplatz bekommen, den sie sich gewünscht haben.

Manche entschieden sich dafür, statt dessen beispielsweise noch ein Jahr zur Schule zu gehen. „Nur 104 Jugendliche im Bereich der Kammern haben bis jetzt nichts“, berichtet Ludger Wester, Projektleiter Ausbildungspakt bei der IHK.

Chancen auf den gewünschten Beruf bekommen junge Menschen seit 2004 durch den Ausbildungspakt der Bundesregierung: Diejenigen, die bis zum 30. September keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hatten, bekommen über Nachvermittlungen eine neue Chance. 231 junge Menschen machen bei der Maßnahme der IHK, der HWK und ihren Partnern, der Agentur für Arbeit, den Argen und den Kommunen, mit. Insgesamt 471 (2008: 343) Möglichkeiten zum verspäteten Einstieg boten die Unternehmen der Kammern den Jugendlichen. Einerseits war dies durch Ausbildungsplätze möglich: Trotz der Wirtschaftskrise stieg die Zahl der angebotenen Plätze bei der IHK von 57 (2008) auf 152, bei der HWK von 36 auf 51. Wie viele davon mittlerweile durch die Nachvermittlung besetzt worden sind, kann Wester nicht genau sagen.

Konkretere Zahlen hat er für die zweite Möglichkeit der Nachvermittlung, die Einstiegsqualifizierung (EQ), parat: „Bis heute sind bei uns 194 Einstiegsqualifizierungen eingetragen“, zeigt er sich stolz. 268 Einstiegsqualifizierungen haben die Unternehmen der Region den Jugendlichen in diesem Jahr angeboten. Junge Leute können über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten einen Beruf oder Betrieb kennen lernen. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt ihnen dafür 212 Euro pro Monat und übernimmt die Sozialversicherungsbeiträge. Die Qualifizierung bietet die Chance auf einen Einstieg ins Berufsleben: In der Region würden laut Wester 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer im Nachhinein einen Ausbildungsvertrag bekommen.

Positiv für die weitere Laufbahn sei bei der EQ vor allem, dass die Teilnehmer zum Abschluss ein Zertifikat und ein Zeugnis erhielten. „Im Vergleich zu anderen Bewerbern hat der Jugendliche dann ein Arbeitgeberzeugnis, und das zählt genau so viel – wenn nicht sogar mehr – als ein Abschlusszeugnis. Durch ihre Persönlichkeit können die jungen Leute eine eventuelle Vier in Mathe ausgleichen“, so Wester. Schließlich zeuge es von Engagement, wenn ein junger Mensch über einen längeren Zeitraum für 212 Euro im Monat 40 Stunden pro Woche arbeite.

Auch Heiko Henke, stellvertretender Geschäftsführer der HWK Oldenburg, bewertet die EQ positiv. „In einem normalen Bewerbungsverfahren um eine Lehrstelle hätten EQ-Praktikanten aufgrund ihrer Schulnoten kaum eine Chance.“ Wenn aber für viele im Anschluss ein reguläres Arbeitsverhältnis möglich sei, dann „macht dies deutlich, wie wichtig und erfolgreich Nachvermittlungsaktionen sind.“ Durch Nachvermittlung, aber auch Angebote zur Berufsorientierung im Vorfeld, „können wir langfristig Ausbildungsabbrüche verhindern und Unternehmen auf der Suche nach dem ‚richtigen‘ Auszubildenden unterstützen“, hofft Henke.

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