Gelingt Neubelebung des Dünsener Jugendtreffs? / „Brainstorming“ anberaumt

Klientel bleibt einfach weg

Anne-Katrin Rademann (r.) will Annika (l.) und Annette Grummt (Mitte) künftig im Jugendtreff unterstützend zur Seite stehen.

Dünsen - Von Jürgen Bohlken· Schon seit Ende der Herbstferien warten Annette Grummt und ihre 16-jährige Tochter Annika jeden Mittwochnachmittag in der Zufluchtskirche auf Jugendliche, die Spaß daran haben, sich am Kicker- oder Billardtisch, mit Tischtennis, Gesellschaftsspielen oder auch „Indoor-Hockey“ die Zeit zu vertreiben, aber dabei sind sie stets nahezu unter sich. Mit Andre (14) und Nadine Lüllmann (18) halten nur zwei Stammgäste dem Dünsener Jugendtreff die Treue – und die kommen aus Harpstedt.

„Wo bist du? Du bist gefragt, du bist erwünscht. Du und deine Ideen können dazu beitragen, das Gemeindezentrum zu beleben!“ Mit diesem Appell richten sich die beiden Betreuerinnen, denen künftig Anne-Katrin Rademann (13) unterstützend zur Seite stehen will, an Teenager aus Dünsen, das Freizeitangebot wahrzunehmen. Bei gutem Wetter seien auch sportliche Aktivitäten im Freien wie Fußball möglich, betonen sie.

Andre Lüllmann weiß von Dünsenern, die zur Jugendpflege in die Harpstedter Delmeschule kommen, den Treff „vor der eigenen Haustür“ aber verschmähen. Annika Grummt hat eine Vermutung, warum das so ist: „Die Atmosphäre in Harpstedt ist schon eine andere. Die Räume hier in der Kirche wirken nicht gerade einladend.“ In der Tat mutet das Ambiente angestaubt an. Versprühte die eigene heimische Wohnung so wenig Gemütlichkeit und Stil, wäre das wohl ein Fall für Tine Wittler und ihr „Einsatz in vier Wänden“-Fernsehteam, flachst Annette Grummt. Sie könnte sich gut vorstellen, dass Dünsener Jugendliche Freude daran hätten, die Räumlichkeiten in der Zufluchtskirche selbst in ihrem Sinne mitzugestalten, wenn man es ihnen gestattete. Das sei aber bislang nur eine Idee, mehr nicht, betont sie.

Annika und Annette Grummt sind jedenfalls hochmotiviert und fest entschlossen, den unter dem Dach der Samtgemeinde-Jugendpflege angesiedelten – dezentralen – Treff zu neuer Blüte zu verhelfen und zusammen mit Jungen und Mädchen neue Ideen zu entwickeln. Daran sei auch Dünsens Bürgermeister Hartmut Post sehr gelegen.

Zunächst gilt es nun allerdings, Ursachenforschung zu betreiben. Die Jugendlichen sollen selbst erläutern, warum sie die Einrichtung nicht nutzen, was sie in der Zufluchtskirche vermissen und was getan werden könnte, um die Attraktivität des Freizeitangebots zu erhöhen. Daher schwebt den Betreuerinnen für den nächsten Öffnungstag, 2. Dezember, ein Brainstorming vor. Dabei sollen Ideen und Anregungen gesammelt werden. „Seit den Herbstferien warten wir schon auf euch. Kommt aus euch heraus! Ihr werdet es nicht bereuen“, versprechen Annika und Annette Grummt den Dünsener Teenagern.     Klar ist aber auch: Sie werden auf Dauer sicher nicht Woche für Woche die Kirche offen halten, wenn die Resonanz gleich null ist. Bleibt die Klientel weg, so kommt über kurz oder lang das sichere Aus für den Treff. Jugendliche, die das nicht wollen, sollten sich daher zum Brainstorming blicken lassen. Im Übrigen gelten ab sofort leicht veränderte Zeiten: Der Treff ist nun jeden Mittwoch von 16 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet.

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