Notruf in nachgestellter Situation kurz, knapp und präzise „abgesetzt“ / Informativer Vormittag mit der Feuerwehr im „Lummerland“

Die kleine Ingeborg lässt die Brandschützer staunen

Mit Carsten Lüllmann (links), Karl-Heinz Hartje (hinten, 3.v.r.) und Henning Pauley (rechts daneben) konnten die „Lummerländler“ gestern drei gestandene Feuerwehrmänner in ihren Reihen begrüßen. ·
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Mit Carsten Lüllmann (links), Karl-Heinz Hartje (hinten, 3.v.r.) und Henning Pauley (rechts daneben) konnten die „Lummerländler“ gestern drei gestandene Feuerwehrmänner in ihren Reihen begrüßen. ·

Colnrade - Dass sie die „112“ wählen müssen, wenn bei ihnen zu Hause mal ein Feuer ausbrechen sollte, wussten die Mädchen und Jungen des Kindergartens „Lummerland“ schon, als ihnen gestern Morgen Colnrades Ortsbrandmeister Carsten Lüllmann, sein Stellvertreter Karl-Heinz Hartje und Atemschutzgerätewart Henning Pauley einen Besuch abstatteten.

Aber würden sie auch imstande sein, einen Notruf richtig abzusetzen? Die kleine Ingeborg räumte etwaige Zweifel restlos aus. Sie machte ihre Sache geradezu vorbildlich, benannte nicht nur ihren Wohnort präzise, sondern beantwortete ebenso alle weiteren Fragen gegenüber der „Leitstelle“, die Carsten Lüllmann simulierte, kurz, knapp und korrekt. Sogar die im „brennenden“ Haus noch vermuteten Personen zählte sie ohne Stocken auf – einschließlich der Tagesmutter. Dafür gab‘s ein dickes Lob seitens der Brandschützer.

„Wir tun mal so, als hätte euer großer Bruder mit Feuer gespielt, was man natürlich nie machen darf“, leitete der Ortsbrandmeister das kleine „Notruf-Training“ ein. Sodann stellte er eine Blechbüchse auf einen Teller aus Porzellan und entzündete darin befindliches Brennmaterial. Qualm stieg auf. Lüllmann hielt einen Rauchmelder darüber, der seine Funktionsfähigkeit umgehend unter Beweis stellte. Ein lautes Piepen drang an die Ohren der „Lummerländler“ und jagte einigen einen leichten Schrecken ein. „Diese kleinen Dinger retten Leben. Wirklich jeder von euch sollte sie zu Hause haben“, riet Lüllmann eindringlich.

Ehe die Kinder gesagt bekamen, was bei der Meldung eines Feuers per Notruf zu beachten ist, lernten sie die Einsatzkleidung eines Brandschützers kennen. Henning Pauley mimte dabei das Anschauungsobjekt und präsentierte sich in voller Montur. Ein Kind durfte ihm sogar kräftig auf den Fuß treten. Warum Pauley kein Laut des Schmerzes über die Lippen kam, behielt Carsten Lüllmann nicht für sich: „In den Stiefeln ist Metall drin. Wenn ihr später mal in die Feuerwehr eintreten solltet, bekommt ihr auch solche Schuhe. Die sind schon besonders. Die gibt‘s garantiert nicht bei Deichmann.“ Die Hose sei ebenfalls spezieller Natur. „Sie brennt nicht so leicht.“

Von den Füßen ging‘s Stück für Stück hinauf – bis zum Kopf. Schließlich zeigte Lüllmann auf Pauleys Helm mit Lampe und Visier: „Was ist das? Etwa ein Nachttopf?“, fragte er und löste Erheiterung aus. Die Kinder wussten‘s besser.

Auch Fluchthauben mit Filter, die im Brandfall eine Rauchvergiftung verhindern können, hatten die Feuerwehrmänner mitgebracht. Die „Lummerländler“ erfuhren, dass den meisten Menschen, die einem Brand zum Opfer fallen, nicht etwa das Feuer, sondern der Qualm zum Verhängnis wird. Zwei Atemzüge in verrauchter Wohnung könnten schon ausreichen, um bewusstlos zu werden, so Lüllmann.

Insgesamt verlebten die aufgeweckten Kinder einen rundum informativen Vormittag, bei dem der Humor keineswegs auf der Strecke blieb. Im Rahmen von Projektarbeit befassen sie sich schon seit einiger Zeit mit den Aufgaben von Polizei und Feuerwehr. Nach einer durchlaufenen Verkehrsschule unter dem Tenor „Ich im Straßenverkehr“ mit Doris Höpfner vom ADAC klärte sie Rolf Quickert, Verkehrssicherheitsberater und Polizeibeamter, über die Aufgaben der Ordnungshüter auf. „Zuletzt ging es nun um die Feuerwehr. Das fanden die Kinder total interessant. Sie sind auch gleich kreativ geworden und haben Feuerwehrautos gebastelt. Vergangene Woche haben wir ein Spielefest gefeiert. Die Feuerwehr Colnrade hat mitgemacht. Sie lud zum Spiel mit Wasser ein“, verriet Kindergartenleiterin Heike Decker, die das Projekt zusammen mit ihren Kolleginnen Ute Kohls und Jennifer Pussack vorbereitete und begleitete. · boh

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