Neues Chorprojekt: Schon 15 Anmeldungen

Klassisches Liedgut „sprechend“ singen

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Sucht noch einen geeigneten Probenraum für ihr „Cathedral Chor“-Projekt: Swetlana Ruhl.

Harpstedt - HARPSTEDT/WILDESHAUSEN · Einen etwas anderen gemischten Chor in der bekanntlich keineswegs monotonen Chorlandschaft im Landkreis Oldenburg möchte Swetlana Ruhl, Diplom-Musikpädagogin mit kirchenmusikalischem C-Examen, aus der Taufe heben.

Ihre Zielgruppen: Jugendliche ab Teenager-Alter und Erwachsene mit Interesse an klassischen Werken, nicht zuletzt auch Sangesfreunde, die nicht die nötigen Mittel haben, um in ihre Stimmbildung unter qualifizierter Anleitung kräftig zu investieren.

Eine „Fahrtrichtung auf hohem Niveau“ schwebt der Harpstedterin, die aktuell den Männergesangverein „Euphonia“ Wildeshausen und den Gemischten Chor Dötlingen leitet, für ihr ambitioniertes Projekt mit integriertem kostenlosen Gesangsunterricht in Gruppen vor. Die 30-Jährige wird das „Speech Level Singing“ lehren. Auf Seth Riggs, der schon Michael Jackson trainiert hat, geht diese Technik des „sprechenden“ Singens zurück. Die Harpstedterin möchte auch Menschen erreichen, die sich selbst für untalentiert halten, und ihnen beweisen, dass jeder, der mit seiner Stimme sprechen kann, die nötigen Voraussetzungen fürs Singen mitbringt.

„Cathedral Chor“ heißt ihr neues „Kind“, das wegen der ausschließlichen Ausrichtung auf die „Ernste Musik“ durchaus eine Lücke im großen Reigen bestehender Chöre schließt. 15 Anmeldungen lagen bis gestern bereits vor. Gesucht wird ein Probenraum in Wildeshausen, idealerweise ein „historisches Gemäuer mit hallender Akustik“. Völlig gesangsunerfahrene Interessierte sollen eine systematische Einleitung „ins richtige Singen“ bekommen. „Ich wünsche mir, dass sich ganz viele Menschen durch diesen Aufruf angesprochen fühlen und ich die Neugierde in ihnen wecke, eine neue Welt zu erforschen“, sagt die Harpstedterin, der es auch darum geht, Talente zu suchen und zu fördern. Richtiges, gesundes und gestütztes Singen in einer in der Region noch ziemlich unbekannten Technik möchte Swetlana Ruhl den künftigen Mitstreitern beibringen. Bei gleichmäßig verteilter Belastung der Stimmbänder könnten mehr Volumen, Lautstärke und gestützte Klänge den Chor um das Doppelte – wenn nicht um das Dreifache – bereichern. „Zehn Sänger mit dieser Technik würden sich anhören, als wären es 20 oder 30.“

Die erfahrene Chorleiterin weiß um häufig gemachte Fehler: „Leider ist es immer wieder zu beobachten, dass Chöre dauerhaft auf die Benutzung der Kopfstimme, Lockerung des Körpers und das richtige Atmen angeleitet werden, um damit Gesang mit entspannter Stimme zu ermöglichen. Solche Übungen bewirken aber genau das Gegenteil: Die Muskeln werden zwar gelockert, aber dies hat zur Folge, dass der Klang der Stimmen immer tiefer herunter sackt.“ Das Singen mit der Kopfstimme bringe weitere Nachteile mit sich: Die Stimmbänder würden nur dünn einseitig durch den Luftstrom belastet – und bei stärkerer Beanspruchung überlastet. Sich ausbreitende Heiserkeit sei die Folge und könne wiederum Knötchenbildung auf den Stimmbändern nach sich ziehen. Daher setze sich so mancher Chor unbewusst sogar einer gesundheitlichen Gefahr aus. Auch die verbreitete Theorie, in den Bauch zu atmen oder zu singen, stabilisiere die Stimmen nicht, sondern löse die Instabilität erst recht aus. Mit landläufigen Irrtümern dieser Art will die Musikpädagogin aufräumen. Ihr Anspruch: „Ich möchte im neuen Chor von Anfang an alles richtig machen.“

Interessierte können sich unter Tel.: 04244/968 75 70 näher informieren und anmelden. Näheres auch im Web unter http://www.cathedral-chor.de. · eb/boh

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