Zum neuen OOWV-Vorsteher gewählt

Klares Votum für Landrat Eger

Oldenburg - Von Julia DuttaBRAKE / WILDESHAUSEN · Die Personalie war gestern Nachmittag bereits kein Thema mehr: Dass Frank Eger (SPD) künftig dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) vorstehen wird, daran ließen die Mitglieder der Verbandsversammlung keinen Zweifel. Mit mehr als 80 Prozent der Stimmen brachte der Landrat des Kreises Oldenburg mühelos eine große Mehrheit hinter sich.

Nun wartet einiges an Arbeit auf den 50-Jährigen – denn die Untreueaffäre um seinen Vorgänger Karl-Heinz Funke hat dem Verband schweren Image-Schaden zugefügt.

Auf die Frage, warum sich der Landrat neben der Aufgabe als Verwaltungschef des Landkreises Oldenburg und den damit verbundenen, gesetzlich vorgeschriebenen Posten die Last dieses schweren Amts noch aufbürdet, antwortete er: „Weil es Spaß macht.“

Wieviel Spaß die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück, die den Fall Funke in den kommenden Wochen und Monaten untersucht, und die Rettung des als „Selbstbedienungsladen“ gebranntmarkten OOWV wirklich macht, ist zwar noch offen. Wichtig schien es Eger jedoch, jeden Verdacht der Vorteilsnahme durch seine Person schon prophylaktisch auszuräumen. So will er als Verbandsvorsteher nur die Hälfte der Aufwandsentschädigung annehmen, und auch Funkes Dienstwagen samt Fahrer – beides vom Wasserverband gestellt – sind schon wieder an die Leasing-Firma zurückgegangen. Seine Dienstfahrten im Verbandsinteresse will Eger künftig mit seinem Dienstwagen des Landkreises unternehmen, die Kosten dafür werden mit dem OOWV abgerechnet.

Zunächst will Eger die rechtlichen Konsequenzen des „Falls Funke“ aufarbeiten und einen neuen Geschäftsführer für den Verband finden. Gegen Funke behalte sich der OOWV zivilrechtliche Schritte – je nach Ergebnis der strafrechtlichen Dimension des Falls – vor. Und ein Controlling nach Vorbild eines Rechnungsprüfungsamtes einführen will der Kreishaus-Chef ebenfalls. Gleichwohl kann der neue Vorstand um Eger nicht ausschließen, dass im Rahmen der Ermittlungen neue Schiebereien ans Licht kommen, von denen im Moment noch niemand etwas ahnt.

„Das Urvertrauen ist erschüttert“, sagte Eger. „Jeder steht unter Generalverdacht.“ Besonders schwer wiege für ihn die persönliche Enttäuschung darüber, dass Funke wissentlich die Unwahrheit gesagt habe.

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